M-V tut gut oder tutet gut…


„25 Jahre Deutsche Einheit, 25 Jahre Mecklenburg-Vorpommern und die wichtigsten 25 Jahre nach der Deutschen Einheit ziehen die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern eine sehr positive Bilanz der Entwicklung ihres Bundeslandes. 94 Prozent meinen, dass sich Mecklenburg-Vorpommern seit Gründung des Landes eher gut oder sogar sehr gut entwickelt hat…“ Das gab Mitte Oktober die Landesregierung in M-V bekannt.

Nur 94 Prozent…

Was ist denn da wieder passiert? Wer ist für diesen Murks verantwortlich? Nur „sage und schreibe“ 94 Prozent der Mecklenburger und Vorpommern sind der Auffassung, dass sich M-V in den letzten 25 Jahren „eher gut“ oder „sogar sehr gut“ entwickelte.

Jedenfalls ist dieses das Ergebnis des M-V-Monitors 2015, für den das Meinungsforschungsinstitut „tns emnid“ im Auftrag der rot-schwarzen Landesregierung „1000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger“ befragte. Da spielt „Gevatter Zufall“ unserer Regierung aber einen schlechten Streich!

Denn: Was ist mit den restlichen sechs Prozent?! Der geneigte M-V-Bürger hatte nämlich auf ein Ergebnis um die 99 bis 99,9 Prozent gerechnet. Und jetzt das…

Das Team einer hiesigen Hairstylistin schaffte bei den WM 2015 der „Hair-Figaros“ in Las Vegas einen phantastischen zweiten und vierten Rang, mit großartigen Leistungen. Warum, bitte schön, hat man nicht der jungen Damen das Frisieren des M-V-Monitors 2015 überlassen?!

Wer hat hier wieder einmal innerhalb der Landesregierung und ihrer Entourage versagt? Und nicht nur im Detail…

Alles in bester Ordnung?!

Man stelle sich nur vor, diese sechs Prozent gründen eine eigene Partei und schaffen den Einzug in den Landtag 2016. … Was die für eine negative Stimmung im Schweriner Schloss verbreiten würden und das in Zeiten, in denen doch eigentlich gilt: „Immer siegesbewusst lächeln, auch wenn der Hals dreckig ist – das macht den Gegner nervös!“.

Immer diese „Miese-Petras“ und „Miese-Peter“. Dabei haben wir seit 1990 so viel geschafft. Die BMI-Werte wurden immer üppiger, gleichzeitig ging die Zahl der olympischen Medaillen für M-V kontinuierlich zurück. Was bedeutet das? Klar doch, was wir schon vor 1990 immer wußten, aber nicht sagen durften: „Sport ist Mord!“ Darum: Lieber drei Bürger verzehren, als sich beim Laufen verausgaben.

Und was wir noch geschafft haben: Die Kirchen erstrahlen in neuem Glanz. Okay, dafür gehen immer weniger Leute in diese. Es gibt nur noch die „U-Boot-Christen“, die mal zu Ostern oder mal zu Weihnachten in „ihren“ Kirchen hin und wieder auftauchen.

Die Innenstädte sind ebenfalls „tip-top“ restauriert. Na ja, sie veröden wieder, weil zentrale oder dezentrale „Konsum-Tempel“ entstanden, die jegliche Kaufkraft aus den „Cities“ ziehen. Aber was soll es. Dann siedeln wir eben Änderungsschneidereien, Ein-Euro-Läden und Wettbüros in den Innenstädten an. Das hat durchaus „Schmackus“.

Apropos Ansiedlungen… Auch da geht es voran. Wer eine Firma mit 10 Angestellten gründet, hat gute Aussichten auf durchaus 2 Millionen Euro Fördergelder. Macht dann 200000 Euro „pro Nase“. Warum nicht, besser als „Hartz IV“. Und geht die Geschäftsidee den Bach runter, wird das Ganze – je nach Sachlage – sozialisiert.

Was ist nun?!

Die entscheidende Frage bleibt aber: Geht es M-V nun gut? oder „Tutet“ M-V noch besser? Dass M-V gut tut oder besser gut tutet, das wissen die Anwohner am Platz der Freiheit in Schwerin nur all zu gut. Besonders immer dann, wenn Feuerwehren und Krankenwagen durch die Stadt brausen, um Unheil von der Landeshauptstadt M-V abzuwenden bzw. es zu lindern.

Insofern sind die Ergebnisse des „M-V-Monitors“, der hoffentlich eine hohe Auflösung hat (Eine geringe Bildschirmauflösung bringt nämlich Sehprobleme mit sich und wer möchte schon M-V in „Seh“-Not?!), in und an sich schlüssig.

Uns geht es gut. Die Renten sind sicher. Die Erde ist eine Scheibe. Der FC Hansa Rostock gewinnt 2017 die Champions League. Und auf Mecklenburgs Straßen wird eingeholt, ohne überzuholen. Glaubt an Euch, an das „geschriebene Wort“. Nur wer optimistisch bleibt, darf und kann an der Spitze des gesellschaftlichen Fortschritts marschieren.

Lasst uns die „depressiven“ sechs Prozent in „unsere“ wohlige „Mitte“ nehmen. Es geht voran. Dem nächsten Ziel entgegen. Wir schaffen das. Wir werden doch wohl auch noch dieses halbe Dutzend schaffen!

Denn wie meinte schon ein Wildtier zum anderen: „Auf! Auf! Sprach der Fuchs zum Hasen. Hörst Du nicht den Jäger blasen?!“ Oder war es gar eine Jägerin?

Beim nächsten M-V-Monitor sollten wir schlauer sein (sofern der Bildungsetat nicht noch weiter gekürzt wird).

Marko Michels

Foto/Michels