Schwung der Wendezeit hat Unmögliches oft möglich gemacht


Am dritten Oktober wird zum 25. Mal der Tag der Deutschen Einheit begangen. „Die Wirtschaft bei uns im Land hat seit 1990 einen kräftigen Schub genommen. Wir sind wirtschaftlich in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen. Der wirtschaftliche Aufbau ist eine beispiellose Leistung aller Menschen in unserem Bundesland.

Viele Neuansiedlungen und Erweiterungen, der Aufbau der Infrastruktur sowie die Gestaltung von Städten und Gemeinden im Land haben die Entwicklung der heimischen Wirtschaft beflügelt. Der Aufschwung ist vielerorts sichtbar. Es liegt aber auch noch eine Menge Arbeit vor uns. Wir befinden uns noch in einem Aufholprozess.Wir werden weiter an der wirtschaftlichen Angleichung arbeiten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Vorfeld des Tages der Deutschen Einheit.

Zwischen 1991 und 2014 ist die gesamtwirtschaftliche Leistung in Mecklenburg-Vorpommern von 14 Milliarden Euro auf 38 Milliarden Euro um +166 Prozent gestiegen.

Soziale Marktwirtschaft hat im „Handumdrehen“ Einzug gehalten – mittelständische Wirtschaft ist Zugpferd der Entwicklung

Die mittelständische Wirtschaft ist von Anfang an der Motor der Entwicklung der heimischen Wirtschaft. „Die ersten Aufbaujahre nach der deutschen Einheit haben auch das Unternehmertum geprägt. Vieles was neu war, musste schnell verinnerlicht werden. Die soziale Marktwirtschaft hat im `Handumdrehen´ Einzug gehalten.

Viele Unternehmen haben die Herausforderungen von damals mit erheblichen Kraftanstrengungen gemeistert. Der Schwung der Wendezeit hat Unmögliches oft möglich gemacht. Heute sind die Durchstarter der Wendezeit oft langjährige Mitarbeiter oder Chefs ihrer eigenen Firmen“, so Glawe weiter. Kleine und mittlere Unternehmen sind Arbeitgeber für 80,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Künftige Herausforderungen gemeinsam meistern – noch stärker an neuen Leitmärkten partizipieren

Die vorrangige wirtschaftspolitische Aufgabe bleibt es, die Wirtschaft im Land quantitativ und qualitativ zu stärken und zusätzliche Wertschöpfung in den Unternehmen des Landes zu schaffen. „Das stabile Fundament, was die heimische Wirtschaft mühevoll geschaffen hat, muss weiter aufgebaut werden. Es geht darum, wirtschaftlich entwickelte Bereiche wie das verarbeitende Gewerbe, die Ernährungswirtschaft, den Handel, den Tourismus sowie das Handwerk weiter zu unterstützen.

Darüber hinaus müssen wirtschaftlich noch junge Bereiche weiterentwickelt werden. Wir können noch stärker von den neuen Leitmärkten profitieren. Hierzu zählen beispielsweise die Gesundheitswirtschaft sowie Technologiefelder, in denen unsere Unternehmen und Hochschulen Forschung und Entwicklung betreiben“, betonte Glawe weiter. „Eine der größten Herausforderungen ist auch die Gewinnung von Fachkräften für die heimische Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.“

Unterstützung des Wirtschaftsministeriums seit 1990

Seit 1990 wurden rund 9.000 Investitionsvorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 18,5 Milliarden Euro und Investitionszuschüssen in Höhe von über 4,1 Milliarden Euro unterstützt. Durch Investitionsvorhaben im Rahmen der einzelbetrieblichen Förderung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 95.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

„Wir sind ein attraktiver Investitionsstandort mit Potential für weitere Neuansiedlungen und Erweiterungen“, blickte Glawe zuversichtlich in die Zukunft.

Seit 1990 wurden rund 2.700 Vorhaben der wirtschaftsnahen Infrastruktur gefördert. Die Gesamtinvestitionen von rund 4,4 Milliarden Euro wurden mit mehr als 2,9 Milliarden Euro vom Wirtschaftsministerium bezuschusst. Die Mittel flossen vor allem in die gewerbliche Infrastruktur und in die touristische Infrastruktur, wie beispielsweise in Radwege.

Informationen zu den Fördervorhaben

Die Mittel für die Umsetzung der Investitionsvorhaben und in der Infrastruktur stammen aus unterschiedlichen Fördertöpfen. Hierzu zählen unter anderem die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), der „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), der „Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELER) sowie das Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP).

Pressemitteilung / Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus M-V

PS: Zum Abschluss der Vorankündigungen zu den großen Jahresfeiern sei noch einmal – ganz leger – auf die „A-Moralitäten“ des real existierenden Sozialismus und des real existierenden Kapitalismus hingewiesen…: „Ostberlin 1987… Ein US-Bankier ist beim DDR-Finanzminister eingeladen und sieht im Hof des Ministeriums große Mengen Gold herumliegen. Erstaunt sagt der Amerikaner zum Gastgeber: `In meiner Heimat ist Gold ein sehr kostbares Gut. Es befindet sich in Fort Knox, ist umgeben mit einer fast unüberwindlichen Betonmauer, von Wachtürmen, Minen und Stacheldraht und wird von Hunden und Soldaten bewacht!` `Sehen Sie`, antwortet der DDR-Minister, das ist eben der Unterschied zwischen ihrem System und unserem. Bei uns ist der Mensch das kostbarste `Gut`!`“ Bis zur nächsten Wende! mm

Veranstaltungen am Tag der Deutschen Einheit in der Landeshauptstadt M-V (Auswahl)

  • 12.00 Uhr – Festakt mit Diskussionsrunde und Konzert im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters
  • 13.00 Uhr – Tag der offenen Moschee mit Vortrag und Diskussion in der Moschee „As Salam“
  • 19.30 Uhr – „Der Wildschütz“ / Oper von Lortzing im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters
  • 19.30 Uhr – „Germania.Tod in Berlin“ / Schauspiel von Heiner Müller im E-Werk
  • 20.00 Uhr – „Die Schweriner Jazznacht präsentiert Sandie Wollasch“ / Konzert im Angler II
  • 20.00 Uhr – „Mensch ärgere mich“ / Kabarett mit den „Academixern“ im Speicher
  • 20.00 Uhr – Liedervereinigung: H.R.Kunze, M.Barakowski, V.Fischer / Konzert im Capitol
  • 20.00 Uhr – „Diven sterben einsam“ / Schauspiel mit Brigitte Peters im werk3
  • 20.00 Uhr – Festival „Verfemte Musik“ / Preisträgerkonzert im Konservatorium

Außerdem: Am 2.Oktober ist im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters die Premiere der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht (Beginn: 19.30 Uhr). Des Weiteren werden die Tage der Industriekultur am Wasser in der Metropolregion Hamburg am 3.Oktober und 4.Oktober auch in Schwerin gefeiert. Die Landeshauptstadt M-V ist mit der Drehbrücke im Schloßgarten, der Schleifmühle, dem Wasserturm in Neumühle und  dem Hafen-Ensemble am Ziegelsee vertreten. mm