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Auf dem Weg zu den World Games in Kaohsiung im Juli 2009
  • 22. Juni 2009   Artikel drucken
  • Kleines “M-V-Team” für Taiwan mit großen Hoffnungen

    WORLD GAMES 2009 im Blickpunkt

    LogoVom 16. bis 26. Juli finden in Kaohsiung/Taiwan die „World Games“, die Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten, statt – mit einem Quintett aus M-V.

    Seit 1981 geht es nun schon sehr. Das Jahr nach den Olympischen Spielen gehört den Sportarten, die noch nicht das Glück hatten, auf dem Programm der Olympischen Spiele zu stehen. Es ist Zeit für die „World Games“, den Weltspielen in den nichtolympischen Sportarten. Hinter den Olympischen sowie Paralympischen Spielen, den Universiaden, den Weltspielen im studentischen Sport, sind die „WG“ eine der größten Sportveranstaltungen der Welt.

    Vor Ort in Kaohsiung, dem Austragungsort 2009, werden den rund 4.500 Athletinnen und Athleten aus erwarteten 100 Ländern modernste Sportanlagen und Wettkampfstätten zur Verfügung stehen. Ein architektonischer Höhepunkt ist dabei die Kaohsiung-Arena für Akrobaten, Trampolinturner, Gymnastinnen und Tänzer. Diese bietet 15.000 Zuschauen Platz und ist – als Zeichen der „Grünen Spiele“ – vollständig mit Solarzellen bedacht. Das zentrale Stadion in Kaohsiung u.a. für die Eröffnungs- und Abschlussfeier hat ein Fassungsvermögen für 40.000 Zuschauer. Außerdem finden hier die Rugby- und Flying Disc-Wettbewerbe statt.

    DBRDie taiwanesische Hafenstadt will mit diesem neuen Stadion, in deren Mantelbebauung das modernste Kaufhaus in Kaohsiung integriert ist, Akzente im internationalen Sport setzen. Den Zuschauern werden in modernen Sportstätten attraktive Wettkämpfe geboten – bei den Taiwanesen besonders beliebt sind die traditionsreichen Kampfsportarten wie Sumo, Karate oder Ju-Jutsu. Bei Temperaturen von bis zu 35 Grad werden Feldbogenschützen, Speedskater und Tauzieher die Wassersportler im Flossen- und Rettungsschwimmen, Kanupolo oder Wasserski um das kühle Nass wahrscheinlich beneiden.

    In den klimatisierten Sportstätten bleiben die Athleten im Billard, Bowling, Faustball, Kraftdreikampf und Squash von den Umgebungstemperaturen unbeeindruckt. Davon profitieren ebenso die nach Haltungsnoten bewerteten Athleten im Rollkunstlauf, der Aerobic und Sportakrobatik, dem Tanzsport sowie Trampolinturnen. Mit den besonderen thermischen Bedingungen bei diesen hohen Temperaturen müssen sich die Athleten im Fallschirmspringen auseinander setzen.

    DBRTaiwan will sich natürlich mit den Festland-Chinesen der Volksrepublik in puncto Organisation, Sportbauten und Freundlichkeit in keinster Weise nachstehen. Nachdem Olympia in Peking ein Erfolg wurde, möchte Kaohsiung ebenfalls einen Meilenstein in der Geschichte der „World Games“ sein. 32 Sportarten werden in Kaohsiung ausgetragen, u.a. im Drachenbootsport, Softball, Body Building, Tauziehen, Bowling, Rollkunstlauf, Kanu-Polo, Sportklettern, Wasserski, Beach-Handball oder Sportklettern. In Santa Clara/USA, bei den ersten World Games 1981 überhaupt, standen nur 18 Sportarten auf dem Wettkampfplan und knapp 1300 Sportlerinnen und Sportlern nahmen an der World Games-Premiere teil. Es folgten 1985 London, 1989 Karlsruhe, 1993 Den Haag, 1997 Lahti, 2001 Akita und 2005 Duisburg. Stetig wurden neue Sportarten in das offizielle bzw. Demonstrations-Programm aufgenommen.

    SFDie „World Games“ 2005 in Duisburg und im Ruhrgebiet waren dabei organisatorisch und sportlich ein riesiger Erfolg. 3400 Athletinnen und Athleten aus 89 Ländern sorgten vor zahlreichen, begeisterten Zuschauern für herausragende Ergebnisse. Sehr erfreulich: Aus Mecklenburg-Vorpommern starteten in Duisburg Sabine Felser (Rostock) im Ju-Jutsu, Carolin Stut und Marco Scholz (beide Rostock) im Flossenschwimmen, Alexandra Berlin (Anklam) im Rettungsschwimmen, Sophie Schwassmann (Schwerin) in der Sportgymnastik und Joanna Berg (Feldberg) im Wasserski sechs Sportlerinnen/Sportler. Für Sabine Felser gab es Gold und Carolin Stut erkämpfte Bronze.

    Für die Rostockerin Sabine Felser waren die „World Games“ 2005 der Höhepunkt ihrer Karriere: „Die World Games waren für mich der absolute Höhepunkt, da ich 2001 in Akita (Japan) auf Grund der Gewichtsklassenstreichung nicht an den Start gehen konnte. Ich bin aber froh, dass ich mir 2005 meinen Startplatz trotz Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Verletzung erkämpfte. Ich habe trotz der Steine, die mir in den Weg gelegt worden sind, alles erreicht und das macht mich stolz. Es zeigt mir auch heute noch, dass man Ziele erreichen kann, wenn man hart dafür kämpft und an diesen festhält.“

    CSAm Ende belegte Deutschland mit 23 x Gold hinter Russland mit 30 x Gold, noch vor Italien mit 13 x Gold, Frankreich mit 12 x Gold und Australien sowie den USA mit je 7 x Gold den zweiten Platz im Medaillenspiegel (einschließlich der Demonstrationssportarten.

    In Kaohsiung möchte das deutsche Team, das ca. 163 Sportlerinnen und Sportler umfassen wird, möglichst an diesen Erfolg anknüpfen. Aus Mecklenburg-Vorpommern werden (Stand: 22.Juni 2009) Nyk Bahro (DLRG Stralsund) im Rettungsschwimmen, Steffi Müller (PSV Rostock) im Sumo-Ringen, Bojan Schipner (WSC Reitbahnsee Neubrandenburg) im Wasserskisport, Anja Fock und Cornelia Schmidt (beide Neubrandenburg) im Drachenbootsport bei den „World Games“ 2009 auf Taiwan starten. Als Team-Chef der Drachenbootsportler wird Torsten Hanke, auch Geschäftsführer des Stadtsportbundes Neubrandenburg, 2006 Weltmeister beim `Pre-Event` zu den „World Games“ und seit 2007 Team-Chef der deutschen Nationalmannschaft im Drachenbootsport fungieren.

    „Das Team M-V war ja jahrelang die national und international dominierende Mannschaft im Drachenbootsport. Bei den Team-Ausscheiden war es meistens vorn. Allerdings wurde – auch um die Leistungen noch weiter zu verbessern – durchgesetzt, ab 2007 Einzel-Aussscheide für ein National-Team durchzuführen. Aufgrund meiner Erfolge als Aktiver wie Trainer wurde ich gefragt, ob ich es mir nicht vorstellen könne, als Team-Chef der deutschen Drachenboot-Nationalmannschaft tätig zu werden. Ich willigte ein und so betreute ich bereits erfolgreich das Nationalteam bei den WM in Poznan und werde es eben auch bei den `World Games` tun.“, so Torsten Hanke.

    Gibt es dabei Begleitung aus Mecklenburg-Vorpommern ? „Ja, Anja Fock und Cornelia Schmidt gehören zum Team für die `World Games` 2009. Cornelia Schmidt kommt ja vom Kanu-Rennsport, war dort  schon sehr erfolgreich bei Weltmeisterschaften. Anja Fock begann als Schwimmerin beim SC Empor Rostock und konnte bereits Vize-Weltmeisterin im Drachenbootsport werden. Beide sind mit Mitte 20/Anfang 30, also im besten Sportleralter und bestens für Kaohsiung motiviert.“

    Und wann haben die Drachenbootsportlerinnen und –sportler unter der Ägide von Torsten Hanke ihre großen Einsätze ? „Wir haben unsere Wettkämpfe am 17. und 18.Juli, fliegen allerdings schon am 12.Juli in Richtung Taiwan. Am 19.Juli haben die Athletinnen und Athleten noch einenTag, um sich nach den Wettkämpfen auch andere Sportarten bei den `World Games` bzw. sich die Stadt anzuschauen. Ich selbst habe meine Reise verlängert, werde mir die Abschlussfeier ansehen und noch einen Abstecher nach Hongkong unternehmen. Ansonsten haben wir ja ein zeitliches Limit, denn alles ist ja eine Kostenfrage.“

    Die „World Games“ 2009 auf Taiwan – einer der sportlichen Höhepunktes des Jahres 2009 !

    M.Michels

    _____

    “World Games sind ein einzigartiges Erlebnis …”

    Mit Nyk Bahro, Rettungsschwimmer der DLRG Stralsund, Goldmedaillengewinner der „World Games“ 2005 und Teilnehmer an den „World Games“ 2009 im Gespräch

    Frage: Nyk, Sie werden bei den World Games in Taiwan starten. Was erwarten Sie sowohl sportlich, persönlich und kulturell von diesem sportlichen Großereignis?

    NBNyk Bahro: Zunächst einmal freue ich mich auf das einzigartige Erlebnis „World-Games“. Diese Weltfestspiele der nichtolympischen Sportarten sind ein Großereignis mit vielen Zuschauern. Ich hoffe, zahlreiche Eindrücke von Land und Leuten mit nach Hause zu nehmen. An den World Games nehmen nur die besten Teams der Welt teil, so wird das Schwimmbad zum „Haifischbecken“. Vielleicht gelingt uns aber wieder eine Überraschung.

    Frage: Sie haben ja bereits Erfahrungen mit „World Games“. Vor vier Jahren, in Duisburg, konnten Sie Gold gewinnen. Wie verlief der damalige Wettkampf aus Ihrer Sicht ?

    Nyk Bahro: Bei den World Games 2005 startete ich zum ersten Mal für die Nationalmannschaft und war gewissermaßen das “Küken”. Als wir dann unter den Augen von tausenden von Zuschauern die überraschende Goldmedaille gewannen, kannte unsere Freude keine Grenzen mehr. Diese große Aufmerksamkeit gibt es für unseren Sport leider nur selten.

    Frage: Sie starten erst seit diesem Jahr für die DLRG Stralsund, stammen aus Berlin. Warum der Wechsel in die Hansestadt ?

    Nyk Bahro: Gerade im Herrenbereich hat der Trainer Maik Hofmann, früher selbst ein sehr erfolgreiches Nationalmannschaftsmitglied, ein schlagkräftiges und junges Team aufgebaut. Da ich schon seit vielen Jahren mit Sportlern aus Stralsund befreundet bin, kam für mich nur ein Wechsel in die Hansestadt in Frage.

    Frage: Sie sind Jahrgang 1984, studieren Geschichte/Chemie auf Lehramt (Master of Education). Wie ist der Stand Ihres gegenwärtigen Studiums ?

    Nyk Bahro: Ich bin bereits im zehnten Semester und möchte mein Studium noch in diesem Sommer abschließen. Anschließend werde ich mich für das Referendariat bewerben.

    Frage: Welche sportlichen Erfolge in Ihrer Karriere sind für Sie die wertvollsten ?

    hhNyk Bahro: Die Goldmedaille bei den World Games 2005 zählt sicherlich zu meinen absoluten Highlights. Aber auch den Staffel-Weltmeistertitel mit Weltrekordzeit bei der Weltmeisterschaft in Australien 2006 werde ich niemals vergessen. Mannschaftserfolge haben mich immer am meisten fasziniert, da man sich gemeinsam über das Erreichte freuen kann.

    Frage: Wie bereiten Sie sich auf die „World Games“ 2009 vor? Wie sieht ansonsten Ihr Trainingsalltag aus ?

    Nyk Bahro: Neben dem Studium bleibt leider oft wenig Zeit für das Training. In der unmittelbaren Vorbereitung absolviere ich drei Rettungsschwimm- und zwei Fitnesseinheiten. Hinzu kommen Vorbereitungswettkämpfe, die unter anderem in Berlin, Hamburg und Wismar stattfanden.

    Frage: Wer wird Sie eigentlich von den deutschen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern nach Taiwan begleiten ? Sind weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus M-V dabei ? Und: Wann geht es eigentlich los ?

    Nyk Bahro: Christoph Ertel aus Stralsund hatte sich ebenfalls für die World Games qualifiziert, müsste aber seines Studiums wegen absagen. Die gesamte Mannschaft, bestehend aus sechs Frauen und sechs Männern wird bereits am 13. Juli nach China fliegen, um sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten. Für uns Rettungsschwimmer werden die Wettbewerbe vom 23.-25. Juli in Kaoshiung/ Taiwan stattfinden.

    Frage: Welche Schlagzeile möchten Sie nach Abschluss der Wettkämpfe über sich lesen ?

    Nyk Bahro: Deutschem Team gelingt Überraschung!

    Die Fragen stellte Marko Michels.

    Fotos:
    1.: Das Logo der World Games 2009.
    2./3..: M-V ist eine Hochburg des Drachenbootsportes. Jährlich finden z.B. in Schwerin auf dem Faulen See und auf dem Pfaffenteich entsprechende Wettkämpfe statt. Bei den “World Games” 2005 in Duisburg, als die Drachenbootrennen eine Demonstrationssportart waren, war das deutsche Team mit 4 x Gold vor Russland 3 x Gold und Spanien, Tschechien bzw. Brasilien je 1 x Gold am erfolgreichsten. mm
    4.: Ju-Jutsu-Kämpferin Sabine Felser gewann 2005 Gold. (S.Felser/privat)
    5.: Carolin Stut gewann 2005 Bronze im Flossenschwimmen. mm
    6.: Nyk Bahro vertritt die Farben M-V`s in Kaohsiung im Rettungsschwimmen. (Mirko Seifert, www.mirkoseifert.de)
    7./8.: Im Wonnemar Wismar fanden im Juni die Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen, der World Games-Sportart, statt. mm

    Tags: Carolin Stut, DLRG, Kaohsiung, Rettungsschwimmer, Sabine Felser, Taiwan, Torsten Hanke, World Games



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