Erste „Dreifach-Null-Standard“-Kindertagesstätte in M-V

Am Freitag, dem 17. März 2017, wird in Garz auf Rügen als erstes Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern die im Jahr 2014 eröffnete Kindertagesstätte „Wildblume“ mit dem BNB-Gütesiegel im Gold ausgezeichnet. Bereits die Gebäudeplanung sowie die -ausführung wurde von der Hochschule Wismar wissenschaftlich begleitet.

Ziel war es die Kriterien für Nachhaltiges Bauen einzuhalten. Auch das anschließende Monitoring haben die Wismarer Architektur-Experten übernommen, um mit konkreten Vorschlägen zu weiterem Klima- und Ressourcenschutz anzuregen.

Ende September 2014 konnte die Kindertagesstätte Wildblume in Garz auf Rügen nach zweieinhalbjähriger Bauzeit feierlich eröffnet werden. Das Modellbauvorhaben erinnert optisch ein wenig an ein Ufo, hinter dessen Fassade ein anspruchsvolles Konzept steckt. Angefangen von der Verwendung ökologischer Baumaterialien wie Lehm bis hin zum möglichen umweltschonenden Rückbau, haben die Architekten darauf Wert gelegt, dass das Gebäude und die eingesetzten Materialien so wenig schädliche Emissionen wie möglich abgeben, kaum fossile Energien und Ressourcen verbraucht werden und der Einsatz wiederverwertbarer Materialien Vorrang hat.

Damit die Zielsetzungen erreicht werden, wurde die Gebäudeplanung und -ausführung durch verschiedene Berechnungen (z. B. EnEV, LCA, LCC), Simulationen (z. B. thermische und Tageslichtsimulationen) und Messungen (z. B. Lambda-Wert-Messung der Lehmwand) an der Hochschule Wismar unter der Leitung von Professor Martin Wollensak und Mitarbeiterin Ing. arch. Lucia Oberfrancová wissenschaftlich begleitet. Dies erfolgte auf Grundlage des Gebäudekonzeptes, das in Kooperation mit dem Institut für Gebäude, Energie und Licht Planung (Architekt und An-Institut der Hochschule Wismar) entwickelt worden war.

Nach der Gebäudefertigstellung erfolgte eine einjährige Datensammlung und anschließende Auswertung im Rahmen eines Monitorings, um die energetischen Zielstellungen zu überprüfen. Die Funktion der haustechnischen Anlagen kann auf Grundlage der Ergebnisse weiter optimiert werden.

Anhand des Baus der Kindertagesstätte sollen die Bestrebungen für eine dauerhafte Entwicklung, wie sie im Leitfaden für nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) dargestellt sind, demonstriert werden. Eines der Ziele des Bauvorhabens ist die Einhaltung der Kriterien für das nachhaltige Bauen nach dem „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ (BNB). Wegen der Besonderheiten der Kindertagesstätten wird das existierende Bewertungssystem für Unterrichtsgebäude auf Kindertagesstätten übertragen. Hierzu ist eine Probezertifizierung als Modell für die Entwicklung des speziell auf Kindertagesstätten angepassten Bewertungsschemas für die Kita „Wildblume“ durchgeführt worden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Architekten mit ihrem innovativen Gebäudekonzept den richtigen Weg eingeschlagen haben. Die Kita Wildblume wurde mit einer Note von 1,46 bewertet (Erfüllungsgrad 81,3 Prozent) und damit als erstes Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Gütesiegel in Gold ausgezeichnet.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar