Rostocker und Greifswalder Wissenschaftler entwickeln neue Konzepte für die Prävention, Diagnostik und Therapie von kardiovaskulären Implantatinfektionen

Der Forschungsverbund Card-ii-Omics hat das wissenschaftliche Ziel, Infektionen von kardiovaskulären Implantaten, insbesondere Herzklappenprothesen, durch Biofunktionalisierung zu vermeiden. Darüber hinaus sollen neuartige proteombasierte Methoden zur frühzeitigen Diagnose von Herzklappeninfektionen entwickelt und erprobt werden.

Dazu werden neue Konzepte für infektionsresistente minimalinvasive Herzklappenprothesen erforscht. Weitere Maßnahmen dienen der frühzeitigen Diagnostik und Therapie von Implantatinfektionen sowie der Stratifizierung von Implantatpatienten, d. h der Abschätzung ihres Infektionsrisikos. Aufgrund der demografisch bedingten Zunahme des Bedarfs an Herzklappenprothesen ist das adressierte Problemfeld gesundheitspolitisch und wirtschaftlich von außerordentlicher Bedeutung.

Unter dem Titel „Card-ii-Omics“ verknüpft der Forschungsverbund Wissenschaftscluster der Universitäten und Universitätsmedizinen in Rostock und Greifswald, die auf exzellente Vorarbeiten auf den Gebieten der Implantatentwicklung, Infektionsforschung, Immunologie und Proteomik verweisen können. Koordinator des Verbundes ist Prof. Dr. Emil Reisinger von der Abteilung für Tropenmedizin, Infektionskrankheiten und Nephrologie der Universitätsmedizin Rostock, der das Projekt am Standort Rostock gemeinsam mit PD Dr. Niels Grabow vom Institut für Biomedizinische Technik sowie Prof. Dr. Hüseyin Ince von der Abteilung Kardiologie der Universitätsmedizin Rostock und Prof. Dr. Hubert Bahl vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock bearbeiten wird.

Am Standort Greifswald sind beteiligt Prof. Dr. Barbara Bröker (Stellv. Koordinatorin) vom Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin, Prof. Dr. Uwe Völker vom Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung und Prof. Dr. Stephan Felix aus der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B der Universitätsmedizin Greifswald sowie Prof. Dr. Katharina Riedel vom Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald.

Die Initiative für das Projekt geht zurück auf Prof. Dr. Michael Hecker vom Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung der Universitätsmedizin Greifswald und Prof. Dr. Klaus-Peter Schmitz vom Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. in Warnemünde, die ebenfalls am Projekt beteiligt sind und langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Leitung koordinierter Forschungsprojekte einbringen.

Der Forschungsverbund soll insbesondere der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung dienen. Insgesamt konnten 20 neue Arbeitsplätze für die fachübergreifende Ausbildung von exzellentem wissenschaftlichen Nachwuchs in Medizin, Natur- und Technikwissenschaften geschaffen werden.

Zur Auftaktveranstaltung des Forschungsverbundes „Card-ii-Omics“ trafen am 22. Juni 2017 52 junge und renommierte Rostocker und Greifswalder Wissenschaftler in Warnemünde zusammen, um gemeinsam neue Entwicklungsansätze für die Prävention, Diagnostik und Therapie von kardiovaskulären Implantatinfektionen zu beraten.

Die Auftaktveranstaltung ermöglichte den jungen Wissenschaftlern ein erstes Kennenlernen auf Arbeitsebene und bot Raum für interessante Gespräche und Diskussionen. Einen weiteren Schwerpunkt der Veranstaltung stellten die Konstituierung der Rostocker und Greifswalder Nachwuchsgruppen sowie die Diskussion über zukünftige Formate der Zusammenarbeit dar.

Mit der gemeinschaftlichen Bearbeitung des Forschungsvorhabens richten die Forscher ihre Anstrengungen zukunftsweisend auf ein individuell sowie gesellschaftlich bedeutsames Gesundheitsproblem, um einen Mehrwert für die Forschungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu erzielen.

Das Verbundvorhaben „Card-ii-Omics“ wird im Rahmen des Exzellenzforschungsprogramms des Landes Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden vier Jahren durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 6 Mio. € aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Pressemitteilung und Foto: Universität Rostock