Nachgefragt bei der Rostockerin Marie-Louise Dräger


Die WM in Aiguebelette sind wieder Historie. Mittendrin statt „nur dabei“ war natürlich auch Rostocks Erfolgsruderin Marie Louise Dräger mit ihrer Bootskollegin Fini Sturm im leichten Doppelzweier. Zwar langte es nicht ganz zur erhofften Medaille, aber mit Platz sechs können alle zufrieden sein. Zumal: In Rio 2016 geht es wieder von vorn los – und dann sollte es endlich mit dieser verflixten Olympia-Medaille für Marie klappen.

Die WM-Ruder-Rennen bei den Frauen 2015 wurden hingegen von den Ruderinnen aus Neuseeland (dreimal Gold, zweimal Silber), den USA (dreimal Gold, zweimal Bronze), Großbritannien (einmal Gold, viermal Silber), Deutschland (je einmal Gold, Silber sowie Bronze) und Australien (einmal Gold) dominiert. Insgesamt erkämpften Ruderinnen aus elf Ländern Medaillen, darunter Athletinnen aus fünf Staaten Gold.

So gewannen unter anderen Kim Crow (Australien) den Einer, Zoe McBride (Neuseeland) den leichten Einer, Eva Macfarlane/Zoe Stevenson (Neuseeland) den Doppelzweier, Sophie MacKenzie/Julia Edward (Neuseeland) den leichten Doppelzweier und die USA den Achter.

Aus deutscher Sicht erruderte der leichte Doppelvierer (Katrin Thoma, Leonie Pieper, Lena Müller, Anja Noske) Gold, der Doppelvierer (Annekathrin Thiele, Carina Bär, Marie-Catherine Arnold, Lisa Schmidla) Silber) und der Doppelzweier (Julia Lier, Mareike Adams) Bronze.

Und: Wie beurteilt Marie-Louise Dräger, Jahrgang 1981, Olympischer Ruder-Club Rostock, vierfache Weltmeisterin (2003 leichter Doppelzweier, 2005 ebenfalls leichter Doppelzweier, 2010 leichter Einer und leichter Doppelvierer), Europameisterin (2010 leichter Einer), Olympia-Teilnehmerin 2008 bzw. 2012 und zuletzt Vize-Europameisterin 2015 (leichter Doppelzweier), das WM-Geschehen 2015?!

Marie zu ihrem WM-Rennen, die Saison 2015 und weitere Ambitionen
 
 „Waren wie eine Wundertüte…“

Frage: Marie, nochmals Glückwunsch zum sechsten Platz. Wie verlief das Rennen aus Deiner Sicht?

Marie: Erst einmal Dankeschön. Leider verlief das Rennen selbst nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir konnten keinen gemeinsamen Rhythmus finden, einen ökonomischen Schlag zu rudern. Wir wollten mehr, als wir derzeit konnten.

Frage: Im Hinblick auf Rio… Wo könnte noch ein letzter Feinschliff erfolgen, um endlich olympisches Edelmetall zu erkämpfen?

Marie: Uns fehlen noch etliche gemeinsame Kilometer. Zudem können wir beide noch physisch einiges zulegen. Fini ist ja auch gerade erst 20 Jahre jung.

Frage: Wie war sonst die Saison mit Fini?

Marie: Die Saison verlief sehr unerwartet. Wahrscheinlich für Fini mehr als für mich… Wir waren wie „eine Wundertüte“, da wir gar nicht einschätzen konnten, wie leistungsstark wir sind. Ich wußte aber, dass bestimmt einiges möglich ist, da es auf Anhieb sehr gut harmonierte.

Frage: Und nun… Wie geht es jetzt weiter? Erst mal Pause?

Marie: Nachdem ich seit Ende Januar von der Ausbildung der Landespolizei freigestellt war, begann direkt am Montag nach der WM wieder die Ausbildung. Bis zum 16.November 2015 werde ich den theoretischen Teil der Ausbildung hoffentlich abgeschlossen haben, danach möchte ich mich wieder voll auf das Training konzentrieren. Was nicht heisst, dass ich bis dahin nicht trainiere. Vom 29.September bis 13.Oktober findet das erste offizielle Trainingslager auf Fuerteventura statt.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge – sportlich, beruflich und persönlich!

Marko Michels

Foto/Detlef Nuelken (Olympiastützpunkt M-V): Marie-Louise Dräger.