Anna-Theresa Hick über die Störtebeker-Festspiele 2017

Zwischen Juni und September ist – nicht nur, aber insbesondere – in ganz M-V beste Kultur-Zeit. Die „Open Air“-Bühnen zwischen Schönberg und Usedom laden zu den verschiedensten Programmen und Vorstellungen ein, zahlreiche Konzerte werden unter freiem Himmel zelebriert und die Konzert-Muscheln der Ostsee-Bäder werden intensiv genutzt.

So lockt ab dem 17.Juni und noch bis zum 15.September die Saison 2017 der Festspiele M-V im gesamten Nordosten. Und weitere traditionsreiche „Kultur-Spiele“ warten ebenfalls auf ein interessiertes Publikum, so das „Piraten Open Air“ in Grevesmühlen, die „Vineta-Festspiele“ in Zinnowitz, die „Schloßgarten-Festspiele“ in Neustrelitz, die „Darß-Festspiele“, die „Müritz-Saga“ in Waren/Müritz der die „Schlossfestspiele“ in Schwerin.

Ein kultureller Höhepunkt in M-V sind außerdem die seit 1993 stattfindenden Störtebeker-Festspiele auf Rügen, die am 24.Juni beginnen und bis zum 9.September einladen. Der Titel ist in diesem Jahr „Im Schatten des Todes“…

Doch was erwartet die Zuschauer 2017 auf der Naturbühne in Ralswiek? Warum lohnt sich das Kommen?

Nachgefragt bei Anna-Theresa Hick, Pressesprecherin der Störtebeker-Festspiele

A.-T. Hick über die Saison 2017 in Ralswiek

„Fest mit Rügen verwurzelt…“

Frage: Ab Ende Juni ist wieder Piraten-Zeit in Ralswiek… Was zeichnet aus Ihrer Sicht die diesjährigen Vorstellungen aus? Was ist das Besondere an Störtebeker anno 2017?

Anna-Theresa Hick: Eigentlich hat jeder Störtebeker-Vorstellung seit 1993 ihre besonderen Reize. In diesem Jahr feiern wir nun auch ein Jubiläum: 25 Jahre Störtebeker-Festspiele nach der Wende. Das an sich ist schon etwas Außergewöhnliches, etwas ganz Besonderes. Natürlich geht es auch in diesem Jahr wieder um Liebe, um Emotionen, um Dramatik, um Spannung und spektakuläre Aktionen. Mit der Vorstellung in diesem Jahr geht auch wieder ein Zyklus zu Ende, Störtebeker wird wieder einmal seinen Kopf verlieren. Aber bis dahin wird dem Zuschauer einiges geboten…

Frage: Wie viele Mitwirkende haben die „Störtebeker-Festspiele“ 2017? Wie viel zusätzliches „Zubehör“ war für die Bühnen-Gestaltung notwendig?

Anna-Theresa Hick: Aus dem internen Bereich sind 400 Leute mit den Störtebeker-Festspielen 2017 beschäftigt, ob Darsteller, Bühnenarbeiter, Pyrotechniker, Caterer oder weiteres Service-Personal. Dazu kommen noch weitere externe Mitarbeiter. Ja, jedes Jahr gibt es zwischen den einzelnen Störtebeker-Festspielen – zwischen Ende September und Mitte Juni – jede Menge zu tun.

So müssen die Bühnenbilder erneuert oder restauriert werden, denn die Schauplätze des Wirkens von Störtebeker und Co. ändern sich jährlich. Mal spielt die Handlung in Hamburg, dann in Wismar, dann wieder ganz woanders. Da müssen dann auch die Kulissen stimmen. Es ist stets so, dass nach der letzten Vorstellung bereits Skizzen für die Aufführung im nächsten Jahr erarbeitet werden und dann Schritt für Schritt die Umsetzung realisuert wird – und das dauer seine Zeit… Zudem müssen pro Saison rund 200 Kostüme neu geschneidert werden. Für und gilt daher mit jeder Spielzeit: Vor den Störtebeker-Festspielen ist nach den Störtebeker-Festspielen.

Frage: Seit 1993 sind die Störtebeker-Festspiele Bestandteil des Kulturprogrammes in M-V. Was waren für Sie persönlich die absoluten Highlights?

Anna-Theresa Hick: Eigentlich war bislang jede Saison ein Höhepunkt. Das eigentliche Highlight ist jedoch, dass die Störtebeker-Festspiele, dass meine Familie ganz herzlich, ganz positiv von den Rüganerinnen und Rüganern aufgenommen wurde. Störtebeker und Ralswiek, diese Symbiose entstand ja – aber in ganz anderer Konzeption als heute, nämlich den Rügen-Festspielen mit der Störtebeker-Ballade“ – 1959/61 bzw. 1980/81, aber erst nach der Wende setzte sich Störtebeker auf Rügen durch, fand Begeisterung und viel Zuspruch bei Einheimischen und Gästen. Mein Vaters ließ sich dabei auch vom anfänglichen Gegenwind nicht beirren und hielt Kurs. Inzwischen ist Störtebeker, ist meine Familie mit Rügen fest verwurzelt.

Frage: Woanders wird am Schloss gespielt, wiederum ganz woanders werden Sagen weiter erzählt und noch ganz, ganz woanders kämpfen Winnetou und Old Surehand um Gerechtigkeit. Bei den ganzen Festspielen im Norden: Wo verorten Sie die Störtebeker-Festspiele ?

Anna-Theresa Hick: Es ist erst einmal eine ganz große Klasse, dass es ein so vielfältiges kulturelles Programm in M-V gibt. Das ist keine Selbstverständlichkeit und schon gar kein Selbstläufer. Die verschiedenen Festspiele im ganzen Land, ob in Schwerin, in Wismar, in Grevesmühlen, in Zinnowitz, in Neustrelitz usw., werden mit viel Herzblut, viel Engagement und auf höchstem Niveau präsentiert.

Es gibt dabei untereinander kein Konkurrenz-Denken, sondern wir alle sind freundschaftlich miteinander verbunden, profitieren von den jeweiligen Erfahrungen der anderen Festspiele. Ich selbst war ja auch schon bei den anderen Festspielen im Land und bin jedesmal begeistert, was die Kolleginnen und Kollegen so machen.

Für jeden Kultur-Interessierten gibt es Angebote – und nicht wenige schauen gern auch über den eigenen Tellerrand hinaus. Ich sehe die Störtebeker-Festspiele in einem freundschaftlichen Miteinander zu den anderen Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern.

Frage: Wo kann man eigentlich Karten erhalten? Wohin kann man sich wenden, wenn man zu den Störtebeker-Festspielen auch eine Unterkunft benötigt?

Anna-Theresa Hick: Karten gibt es natürlich noch. Diese sind unter unserer Homepage „stoertebeker.de“  erhältlich. Im Hinblick auf die Reservierung einer Unterkunft sollte die Seite der Tourismuszentrale Rügen „ruegen.de“ aufgesucht werden.

Vielen Dank, eine erfolgreiche Saison 2017 und weiterhin bestes Engagement für die Störtebeker-Festspiele!

Marko Michels

Plakat (Störtebeker-Festspiele): In diesem Jahr locken die Störtebeker-Festspiele mit „Im Schatten des Todes“…