Podiumsdiskussion zum Thema Amflora in Röbel
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern Landwirtschaftsminister Backhaus auf, in dem morgen stattfindenden Gespräch (Mittwoch, 22. September) zu Gentechnik, konsequent Stellung gegen einen Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen in Mecklenburg-Vorpommern zu beziehen.
Der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Prof. Dr. Fritz Tack, begrüßt den Schutz der Bevölkerung vor möglichen Schäden durch gentechnisch veränderte Organismen durch das Landwirtschaftsministerium.
Zum Erntebeginn der Kartoffelsorte Amflora mit dem Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, in Zepkow im Müritzkreis, erklärt das Mitglied des FDP Landesvorstandes und agrarpolitische Sprecher, Daniel Bohl:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN protestieren gegen den heutigen Start der Ernte der Genkartoffel Amflora durch BASF. Mit der Ernte wird das Risiko der Ausbreitung der Genkartoffel immer größer, kritisiert Claudia Schulz, landwirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen. Um das Risiko der Ausbreitung symbolisch deutlich zu machen, ließen die Grünen Dutzende Luftballons mit der Aufschrift “Gentechnik – Nein Danke” in den Himmel über dem Genacker aufsteigen.
“Bei der Ernte hat BASF nichts zu feiern. Die Pflanzen leiden an starkem Viren- und Pilzbefall. Die breite Mehrheit der Bevölkerung ist weiterhin gegen Agro-Gentechnik und BASF versucht sich mit Industriekartoffeln in den Markt einzuschleichen, weil kaum jemand Genkartoffeln auf dem Teller haben will. Sogar die Industriekartoffel Amflora wird von fast allen Abnehmern in Deutschland abgelehnt. Dass die Kartoffeln nicht vernichtet, sondern als Pflanzkartoffeln verwendet werden sollen, ist ein Unding und ein Versagen der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner”, erklärt Claudia Schulz von den Grünen.
Die Genkartoffeln, die als Saat für das kommende Jahr dienen sollen, seien somit alles andere als gesundes Saatgut. Es sei außerdem nicht davon auszugehen, dass alle Amfloraknollen aus der Erde geholt werden können. “Der Acker wird auf Jahre von Amflora durchzogen bleiben und kann somit nicht für die herkömmliche Kartoffelnproduktion genutzt werden. Auch ist ein Austrag auf andere Flächen beispielsweise durch Wild wahrscheinlich”, erklärt Claudia Schulz.
Das Feld bei Zepkow im Müritzkreis ist deutschlandweit der einzige Ort, an dem gentechnisch veränderte Kartoffeln angebaut werden. Zum heutigen Erntebeginn besucht Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle den Standort Zepkow.
Der Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Vincent Kokert, verurteilt die von Gentechnikgegnern angekündigte „Feldbefreiung“ des Amflora-Kartoffelackers bei Zepkow im Müritzkreis aufs Schärfste.
Gentechnikanbau muss verboten werden
Bündnis 90/Die Grünen fordern ein konsequentes Verbot der Agro-Gentechnik. Für Freitag, 16.7., 16 Uhr, rufen sie gemeinsam mit Verbänden wie BUND und BIOLAND sowie der örtlichen Bürgerinitiative zu einer Protestkundgebung am Gen-Acker bei Zepkow im Müritzkreis auf.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel!
Hinsichtlich der Unterschriftenaktion von Bürgern, die sich gegen die Gentechnik aussprechen (Bericht im Nordkurier vom 24. Juni 2010), hat der Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Vincent Kokert eine differenzierte Bewertung der Gentechnik angemahnt.