Die CDU Mecklenburg-Vorpommern warnt vor dem Missbrauch von Kindern als Schutzschilde bei G-8-Protesten.
Vor den am 6. Juni beginnenden Gesprächen des G-8-Gipfel-Treffen erklärt der Landesvorstand der Linkspartei
Mecklenburg-Vorpommern von seiner Sitzung in Güstrow:
Zehntausende friedliche Teilnehmer der Protestdemo am 2.
Juni in Rostock, zahlreiche Diskussionsrunden und Aktionen rund um Heiligendamm haben deutlich gemacht, dass die Politik der selbsternannten Weltregierung der G-8 von vielen Menschen nicht unterstützt wird. Diese Politik ist verantwortlich für Kriege, Armut, Klimaschäden, Unrecht. Der friedliche Protest gegen die Politik der G-8 und das Demonstrieren für eine gerechtere Welt sind daher legitim und notwendig.
Die Linkspartei kritisiert daher erneut die im Vorfeld des G-8-Treffens unternommenen Anstrengungen der Sicherheitsbehörden und Teilen der Medien, die gesamte globalisierungskritische Bewegung zu kriminalisieren. Die angeblich der Gewaltprävention dienenden Hausdurchsuchungen, Geruchsproben, technischen Sperren und andere Schikanen haben nicht dazu beigetragen, eine solche Atmosphäre entstehen zu lassen, die allen in der globalisierungskritischen Bewegung Anlass zu Vertrauen hätte geben können.
Die Linkspartei lehnt Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung in jedem Fall ab. Die Konfrontationen zwischen Polizei und einem Teil der Demonstrierenden am 2. Juni in Rostock sind durch nichts zu rechtfertigen und auch nicht zu akzeptieren. Die Polizeiführung muss sich fragen lassen, warum die wohltuend zurückhaltende Strategie über weite Teile der Demonstration nicht bis zum Schluss durchgehalten wurde. Wir sind überzeugt, dass die globalisierungskritische Bewegung alle Anstrengungen unternehmen wird, um künftig Gewaltexzesse wie am 2. Juni zu verhindern. Einzelne, die zu Demonstrationen anreisen, um diese mit Gewalt zu stören sind nicht Teil unserer Bewegung. Ihr Handeln verurteilen wir auf das Schärfste. Es gefährdet nicht nur die körperliche Unversehrtheit vieler Menschen, es besteht auch die Gefahr, dass sie legitime Forderungen der friedlichen globalisierungskritischen Bewegung in Mißkredit bringen.
Vorauseilende pauschale Verdächtigungen anderer Demonstrationsteilnehmer lehnen wir jedoch entschieden ab.
Jetzt heißt es für die globalisierungskritische Bewegung
umso mehr, dass politische Inhalte und Kritik an der G-8 in den Vordergrund gerückt werden müssen. Nur so ist zu verhindern, dass es den Herrschenden gelingt, die von einzelnen Gruppen provozierten Krawalle als Ablenkung von den legitimen massenhaften und friedlichen Protestaktionen zu nutzen.
Die Linkspartei wird sich auch in den kommenden Tagen aktiv an weiteren friedlichen Protesten und Aktionen beteiligen. Wir rufen die globalisierungskritische
Bewegung und die Polizei auf, sich für einen friedlichen Fortgang der notwendigen Proteste gegen die G-8-Politik einzusetzen.
Eine andere Welt ist notwendig und möglich! Diese Welt
kann und soll aber eine Welt ohne Gewalt sein! Das heißt vor allem, dass die Politik der Gewalt, die von den G-8 ausgeht und sich mit Kriegen, Flüchtlingsabwehrmauern, Armut und Elend, Klimazerstörung, Rohstoffplünderung und anderem mehr gegen die Interessen der Mehrheit der Menschheit richtet, gestoppt werden muss.
Gewalttaten von Rostock durch nichts zu rechtfertigen
Der Landesvorsitzende der Linkspartei Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter, erklärt:
Zehntausende für eine andere Welt!
Zehntausende haben in Rostock am heutigen Tage fantasievoll für eine gerechtere und friedlichere Welt demonstriert.
Aus Sicht der Linkspartei war dieser Protest ein wichtiges Signal gegen die neoliberale Politik der selbsternannten Weltregierung, der G8.
Bedauerlich und nicht zu akzeptieren ist, daß diese Aktionen durch gewaltbereite Demonstranten empfindlich gestört wurden. Gewalt ist keine Alternative und wird von der Linkspartei entschieden abgelehnt.
Gino Leonhard, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, erklärt zur Debatte um weitere Sicherheitsmaßnahmen zum G8-Gipfel:
„Die Hitze des hochsommerlichen Frühlings scheint einigen verantwortlichen Politikern zu Kopf zu steigen. Mit der Debatte um die Abgabe von Geruchsproben hat die aktuelle Sicherheitshysterie einen Höhepunkt erreicht. Es bleibt zu hoffen, dass es sich dabei um den endgültigen und nicht nur vorläufigen Höhepunkt handelt.
Wie die Äußerungen vom Bundesinnenminister belegen, sehnt sich dieser wohl nach einem intensiveren Einsatz der Bundeswehr im Innern. Solchen Denkansätzen muss frühzeitig ein Riegel vorgeschoben werden. Die Bundeswehr ist für polizeiähnliche Einsätze weder ausgebildet, noch ausgerüstet. Der G8-Gipfel darf keinen Einsatz der Bundeswehr durch die Hintertür ermöglichen.
Es wird Zeit, dass die Sicherheitsverantwortlichen, allen voran unser Bundesinnenminister Schäuble, genau darüber nachdenken, welche Maßnahmen wirklich zwingend notwendig und verhältnismäßig sind. Ständige Verschärfungen und Ausweitungen der Sicherheitsmaßnahem geben den Gipfelgegnern womöglich nur zusätzliche Nahrung für Kritik. Außerdem frustrieren und provozieren diese Demonstranten mit friedlichen Absichten unnötig.
Gewaltige Proteste lehnen wir kategorisch ab. Dagegen müssen unsere Sicherheitskräfte gewappnet sein und sofort hart durchgreifen. Friedliche Proteste sind jedoch ein Ausdruck einer starken Demokratie. Wir müssen jetzt deshalb ganz genau aufpassen, dass wir nicht nur den Gipfelverlauf sichern, sondern auch die Bürgerrechte erhalten und dem friedlichen Protest genügend Freiraum geben.“
“Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer.” (Bertolt Brecht)
Als am 8. Mai 1945 die Vertreter des Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht in Berlin-Kalshorst die Urkunde über die bedingungslose Kapitulation unterschrieben, dokumentierte dies nicht nur die militärische Niederlage Deutschlands, sondern zugleich das Ende des deutschen Faschismus in seinem Wahn, ein Weltreich der Tyrannei, der Sklaverei und Barbarei zu errichten.
Als die Waffen schwiegen, hatten mehr als 50 Millionen Menschen den verbrecherischen Wahn des deutschen Faschismus mit ihrem Leben bezahlt.
“Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!” – dieser Schwur der Häftlinge des KZ Buchenwald hat auch heute, 62 Jahre nach ihrer Befreiung, nichts an Aktualität verloren.
Nach der Beendigung des “Kalten Krieges”, des Ost-West-Konfliktes, wurde die Chance nicht genutzt, um den Nord-Süd-Konflikt zu beenden und eine weltweite, friedliche Sicherheitsarchitektur zu entwickeln.
Mit Beginn des neuen Jahrtausend wurde Krieg wieder zum Mittel der Politik.
Krieg jedoch bedeutet Zerstörung, Tod und Elend.
Krieg und militärische Gewalt lösen keine Probleme.
Unsere Welt braucht wirklichen Frieden!
Deutsche und europäische Außenpolitik muss Friedenspolitik werden.
Die Teilnehmer der Friedens-Ideen-Konferenz in Anklam sprechen sich gegen Krieg als Mittel der Politik aus und lehnen die zunehmende Militarisierung der deutschen Außenpolitik ab.
Im Vorfeld des G8-Gipfeltreffens fordern wir konsequente Schritte zur Beendigung aller gegenwärtigen Kriege und einen umfassenden Stopp aller Rüstungsprogramme.
Wir wollen keinen Krieg und keine Plätze wo man Krieg übt! Wir wollen keine Bomber und kein Bombodrom!
Hier nicht und nirgendwo auf der Welt!
Unter Bombenteppichen wächst kein Frieden!
Zu der gestrigen Erklärung des CDU-Politikers Wolf-Dieter Ringguth erklärt der Landesvorsitzende der Linkspartei.PDS Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter: