Der agrarpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Prof. Dr. Fritz Tack erklärt dazu:
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Der energiepolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Helmut Holter,
hat die wegen des Handels mit Verschmutzungsrechten angekündigten Strompreiserhöhungen der Energiekonzerne scharf kritisiert.
„Die Konzerne schreien Zeter und Mordio und beschwören den Untergang ihrer Unternehmen, nur weil der Staat einen kleinen Schritt geht und sie zaghaft an ihre Verantwortung für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen erinnert“, erklärte Holter am Dienstag in Schwerin. Dabei sei die Versteigerung nur eines Teils von Verschmutzungsrechten ein völlig unzureichender Schritt, der erst auf Intervention der EU-Kommission zu Stande gekommen sei. „Der Emissionshandel ist angesichts der vielen Schlupflöcher auch zukünftig ein unscharfes Schwert beim Klimaschutz“, sagte Holter. Es sei zu befürchten,
dass sich die Lobbyisten der Energiekonzerne angesichts der inkonsequenten Klimaschutzpolitik der Bundesregierung doch durchsetzen und Sonderbedingungen für Kohlekraftwerke erreichen könnten.
„Wenn dann ab 1. Juli auch noch die staatliche Tarifaufsicht bei den Strompreisen fällt, wirft die Bundesregierung die Stromkunden den Energiekonzernen endgültig zum Fraß vor“, so Holter weiter. „In diesem Zusammenhang fordern wir die Landesregierung auf, ihre unsäglichen Pläne zur Errichtung eines Steinkohlekraftwerkes in Lubmin endlich aufzugeben“, betonte Holter. Die Stromkunden hätten gar nichts davon, dass ein weiterer Monopolist auf den Markt kommt. „Wirklichen Wettbewerb erreichen wir durch eine dezentrale Energiewirtschaft, die erneuerbare Energieträger nutzt und sich in regionale Kreisläufe einordnet“, so Holter. „Das wiederum nützt den Menschen, dem Klima und der Natur.“
Biosphärenreservate als nachhaltige Modellregionen künftig mit noch größerem Stellenwert
Nach Ansicht des Vorsitzenden der Linkspartei.PDS und innenpolitischen Sprechers seiner Fraktion, Peter Ritter, gehen die Ergebnisse des G8-Gipfels in Heiligendamm – wie vorhersehbar – weit an den Realitäten vorbei.
„Die zahlreiche Kritiken von Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen machen deutlich, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden und die Probleme im Klimaschutz oder bei der Armutsbekämpfung nicht wirklich gelöst werden“, erklärte Ritter am Freitag. Die Ergebnisse des Gipfels unterstreichen die Notwendigkeit der Protestbewegung gegen die G8-Politik. „Die weitgehend friedlichen Proteste um Heiligendamm haben deutlich gemacht, dass viele Menschen mit der Politik der G8 nicht einverstanden sind. Der Alternativgipfel und viele andere Diskussionsforen haben gezeigt, das Alternativen, eine andere Welt möglich und notwendig sind“, sagte Ritter.
Die Strategien der Sicherheitskräfte und die Formen des Protestes der globalisierungskritischen Kreise werden in den kommenden Wochen zu hinterfragen sein. „Die Fraktion der Linkspartei hat beantragt, im Innenausschuss nicht nur den Abschlussbericht des Innenministers zu debattieren, sondern auch die Organisatoren von Protestveranstaltungen zu hören“, so Ritter. Nur so lasse sich ein weitgehend objektives Bild erarbeiten. „Dies ist erforderlich, um künftig bei vergleichbaren Veranstaltungen gewalttätigen Aktionen durch Störer und überzogenen Reaktionen der Sicherheitskräfte vorzubeugen“, betonte Ritter.
Zu den Ergebnissen des G8-Gipfels in Heiligendamm erklärte der Vorsitzende der Fraktion der Linkspartei.PDS, Prof. Dr. Wolfgang Methling:
„Der Protest Zehntausender Menschen, die ihre Kritik an der Politik der G8-Staaten friedlich und fantasievoll zum Ausdruck brachten, ist zweifelsohne das beste Ergebnis im Zusammenhang mit dem Gipfel der selbsternannten mächtigsten Regierungschefs der Welt. Leider waren diese friedlichen Demonstrationen anfangs von gewalttätigen Ausschreitungen begleitet, die nicht zu akzeptieren sind, und deren Entstehung in naher Zukunft aufgeklärt werden muss. Gewalt gegen Personen und Einrichtungen diskreditiert sowohl das Anliegen der Demonstranten als auch die Deeskalationsstrategie der Polizei. Dank gebührt allen, die auf Seiten der Demonstranten und der Sicherheitskräfte friedliche Proteste organisiert, gesichert und zugelassen haben.
Kritisiert und hinterfragt werden müssen auch die unverhältnismäßigen Einschränkungen des Grundrechts auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, die es vor und während der Demonstrationen gegeben hat, sowie der Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung des G8-Gipfels.
Es ist nicht sonderlich überraschend, dass die Ergebnisse bei der Verhandlungen der G8 insgesamt nicht über wohlfeile Absichtserklärungen hinausgehen. Der als großer Erfolg gefeierte Durchbruch beim Klimaschutz ist gemessen an den großspurigen Ankündigungen in Wirklichkeit ein Leistenbruch, denn Frau Merkel hat sich an den Verhandlungen verhoben. Anstatt konkrete Zielvorgaben und eine verbindliche Selbstverpflichtung zu vereinbaren, sind die G8 über den windelweichen Kompromiss, die Halbierung der Emissionen ‚ernsthaft in Betracht zu ziehen’ nicht hinausgekommen. Die Bereitschaft der USA, sich an Klimaschutzverhandlungen zu beteiligen, als Erfolg zu bezeichnen ist ein Armutszeugnis für die Gastgeberin.
Auch bei der Hilfe für Afrika wird es wohl wie schon seit Jahren bei unerfüllten Versprechungen bleiben. Ein verbindlicher Zeitplan und konkrete Finanzzusagen für eine nachhaltige Entwicklung in den afrikanischen Ländern wurden auch hier vermieden. Die angekündigte Aufstockung der Mittel zur Bekämpfung von Aids ist ein Tropfen auf den heißen Stein und kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bundesrepublik und andere europäische Länder ihre vollmundigen Zusagen, die sie zuletzt im schottischen Glenn Eagles gemacht haben, bei weitem noch nicht erfüllt haben.
Insgesamt hat sich erneut erwiesen, dass der Gipfel der selbst ernannten führenden Industrienationen nicht geeignet ist, die weltweiten Probleme zu lösen. Dies geht nicht ohne eine gleichberechtigte Teilnahme der Schwellenländer, aber auch der Länder der so genannten Dritten Welt. Der ‚Heiligendamm-Prozess’, der die weltweite Kooperation auf eine neue Basis stellen will, kann dabei nur ein erster Schritt sein.“
Es ist zu begrüßen, dass Bundeskanzlerin Merkel in ihrer heute veröffentlichten Video-Botschaft friedliche Proteste als Mittel ansieht, sich für eine menschliche Globalisierung einzusetzen.
“Dann muss Frau Merkel sich aber auch selbst dafür einsetzen!”, so der Landesvorsitzende der Linkspartei Mecklenburg-Vorpommern, Peter Ritter.
Die bisherigen Ergebnisse der G-8-Treffen haben nicht dazu beigetragen, dass es eine menschliche und damit gerechte Globalisierung gibt.
“Und wenn schon im Vorfeld von Heiligendamm zum Beispiel die Rede davon ist, dass notwendige Absprachen zum Klimaschutz nicht erreicht werden, stellt sich die Frage, warum dieses ganze Primborium überhaupt veranstaltet wird.”, so Ritter weiter.
Auch Merkels Aufruf zur Friedfertigkeit der Proteste ist angesichts der Einschüchterungsversuche gegen Globalisierungskritiker wenig glaubwürdig.
“Hausdurchsuchungen, Geruchsproben, Briefkontrollen, Stacheldraht und Sicherheitszonen sind kein Willkommensgruß an friedliche Demonstranten, sonder pure Einschüchterung. Wer so agiert darf sich über Reaktionen auf der Gegenseite nicht wundern. Denn wie es in den Wald
hineinruft, so schallt es heraus. Die nächste Video-Botschaft der Kanzlerin sollte daher lauten: Wir machen Schluss mit überzogenen Sicherheitsmaßnahmen und stellen uns dem Dialog mit den Gipfelkritikern.”, so Ritter abschließend.