Schiffbauindustrie ist wichtige Wirtschaftsbranche im Land

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Montag die 9. Nationale Maritime Konferenz in Bremerhaven besucht.

„Für Mecklenburg-Vorpommern ist die Schiffbauindustrie gemeinsam mit den maritimen Zulieferunternehmen und Dienstleistern eine wichtige Wirtschaftsbranche. Der tiefgreifende Strukturwandel in der Schiffbauindustrie hält immer noch an.

Diese Veränderungen bergen jedoch auch für unsere heimischen Unternehmen Chancen, auf den neuen Zukunftsfeldern erfolgreich mit zu agieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe und erläuterte: „Der deutsche Schiffbau der vergangenen Jahre war gekennzeichnet durch technisch hochwertigen, innovativen Spezialschiffbau sowie insbesondere in unserem Land den Bau von Offshore-Konverterplattformen für Offshorewindparks. Zusätzliche Potentiale bietet der Bau von Errichter-, Transport- und Serviceschiffen, sowie von Gründungsstrukturen für Offshore-Wind¬energie-anlagen.“

Förderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ unterstützt Entwicklung neuer Produkte und Verfahren

Bei der Realisierung innovativer Schiffbauprojekte leistet das Innovationsförderprogramm „Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze“ (InnoRL), das jeweils hälftig vom Bund und den Ländern finanziert wird, mit seiner anwendungsbezogenen und produktnahen Förderung der Schiffbauindustrie eine nicht unerhebliche Unterstützung.

Das Programm umfasst unter anderem die Möglichkeit, den Bau von innovativen Binnenschiffen ab 12 Metern Länge zu fördern sowie Offshore-Strukturen, die der Exploration, Gewinnung oder Erzeugung von Öl, Gas und erneuerbaren Energien dienen (einschließlich Offshore-Plattformen). „Die Innovationsförderung ist ein sehr wichtiges Instrument zur Bewältigung der technologischen Veränderungen des Schiffbaus auf wettbewerbsfähige neue Produkte und Verfahren“, sagte Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt unternehmensbezogene Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern

Der Wirtschaftsminister warb dafür, noch stärker in Forschung, Entwicklung und Innovationen zu investieren sowie Technologie- und Forschungskapazitäten zu bündeln, zu vernetzen und weiter auszubauen.

Das Wirtschaftsministerium fördert unter anderem unternehmensbezogene Netzwerke zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, wie beispielsweise den „Kooperationsverbund MAZA M-V e.V.“ für die Zulieferindustrie und das „Wind Energy Network e.V.“ für die Windenergie.

„Unser Ziel ist es, die industrielle Wertschöpfung weiter zu erhöhen, die Innovationsfähigkeit zu stärken und wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen“, betonte Glawe.

Maritimes Cluster Norddeutschland

„In allen Küstenbundesländern hat die Schiffbauindustrie mit ihren Zulieferern und Dienstleistern eine lange Tradition. Einen wesentlichen Beitrag zur gemeinschaftlichen Stärkung der hiesigen maritimen Wirtschaft sehe ich in der Zusammenarbeit und Kooperation mit den anderen norddeutschen Ländern. Dafür steht das `Maritime Cluster Norddeutschland´“, betonte Glawe.

Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) verfolgt das Ziel, die Potentiale der maritimen Wirtschaft Norddeutschlands zu bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken. Nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen sind Bremen und Mecklenburg-Vorpommern eng mit dem MCN verbunden und als assoziierte Partner in den Jahren 2015 und 2016 dabei. Ab 2017 wird eine dauerhafte Erweiterung des MCN angestrebt.

„So können länderübergreifende wirtschaftliche und politische Aktivitäten für die maritime Wirtschaft noch besser gebündelt und abgestimmt werden“, sagte Glawe.

Maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern umfasst die maritime Industrie (Schiffs- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) rund 280 Unternehmen mit insgesamt rund 10.000 Beschäftigten. 2013 lag der Umsatz bei rund 1,5 Milliarden Euro (nach Angaben der Studie „Die maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern – Branchenstruktur und wirtschaftliche Grunddaten“ im Auftrag der Industrie- und Handelskammer zu Rostock).
Zum Schiffs- und Bootsbau zählen im Land etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. Der Schiffbau wird ergänzt durch maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion zukunftsrelevanter, innovativer Systemlösungen konzentrieren.

Diese beziehen sich nicht nur auf das Finalprodukt Schiff, sondern auch auf maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik. Insgesamt umfassen die maritimen Zulieferer und Dienstleister etwa 120 Unternehmen mit rund 4.800 Beschäftigten.

9. Nationale Maritime Konferenz (NMK)

Auf Initiative der Bundesregierung finden im zweijährigen Rhythmus Nationale Maritime Konferenzen statt. Mit der Durchführung der Konferenzen will die Bundesregierung die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für Deutschland hervorheben und gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung dieser Branche leisten. Vertreter aus den Bereichen Schiffbau, Schiffbauzulieferer, Meerestechnik, Offshore-Windenergie, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft, der Wissenschaft und Forschung, der Gewerkschaften, der Politik sowie der Administration aus Bund und Ländern nehmen teil.

Pressemitteilung / Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus M-V