Auf Antrag der Linksfraktion wird der Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur demnächst eine Anhörung zur qualitativen und quantitativen Entwicklung der öffentlichen Bibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern durchführen.
„Wir versprechen uns von der Anhörung konkrete Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Bibliothekswesens im Land“, erklärte der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, am Donnerstag. „Wir sehen hier dringenden Handlungsbedarf, denn obwohl Bibliotheken die meistgenutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen sind, nimmt ihre Zahl rapide ab. Waren es Ende 2006 noch 157 Bibliotheken gab es Ende vergangenen Jahres nur noch 138. Das vormals flächendeckende Netz der Fahrbibliotheken ist bis auf fünf ausgedünnt worden.“
Auch in Bezug auf qualitative Parameter habe Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern Nachholbedarf. „In einer Wissensgesellschaft sind beispielsweise digitale virtuelle Bibliotheken erforderlich als Garanten für einen ungehinderten Zugang zu Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagte Koplin. Deshalb spricht sich die Linke für eine virtuelle Landesbibliothek aus und will in der Anhörung mit den Experten darüber reden, wie ein solches Vorhaben umgesetzt werden kann.
Letztendlich ist es nach Auffassung der Linksfraktion erforderlich, ein Bibliotheksgesetz für das Land auf den Weg zu bringen. „Darin sollen inhaltliche, organisatorische und finanzielle Fragen geregelt und damit die Voraussetzungen für nachhaltige Bibliotheksstrukturen und Kooperationen geschaffen werden“, so Koplin. Die bevorstehende Anhörung sei dahingehend ein wichtiger Schritt.
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