Der Spätsommer 2015 – ein Kommentar


Das zweite September-Wochenende „sauste“ nur so dahin – zwischen Schweriner Altstadtfest, MeLa in Mühlengeez bei Güstrow, Beginn der Interkulturellen Wochen, Liga-Fußball und Binzer Triathlon. Es gab viel Sport, Spott und Nachdenklichkeit…

Richtige Gesinnung?!

Die Gesinnungspolizei war wieder vehement unterwegs und unsere Sekundärmedien, ob „Print“ oder „Online“, beteiligten sich mächtig daran. Dabei wurde am zweiten September-Wochenende auch der „Tag des offenen Denkmals“ zelebriert. Von Denkmälern, gerade wenn diese Personen präsentieren, sollte man jedoch Abstand nehmen. Denn merke: In jedem Denkmal steckt auch ein ganzer oder halber Halunke! Wie steht es jedoch um das „Denk mal“, besser „Denk mal nach“?!

Die Flüchtlingsthematik

Kurzfristig kamen wieder Flüchtlinge nach Mecklenburg, nach Wismar, nach Schwerin, nach Rostock, nach Greifswald, nach Neubrandenburg. Sofern es sich um erwiesene Kriegsflüchtlinge handelt, die ihre Heimat wegen Kriegshandlungen verlassen mußten oder weil sie gegen Despoten aufbegehrten sowie politisch verfolgt wurden, ist es ein Akt der Menschlichkeit, der Solidarität und der Nächstenliebe, diesen jede Hilfe zuteil werden zu lassen.

Wie sagte schon Anton Tschechow, der russische Schriftsteller: „Das Übel ist nicht, ein paar Feinde zu hassen, sondern den Nächsten nicht genug zu lieben!“.

Daran, an Nächstenliebe und aufrichtiger Menschlichkeit, mangelt es aber den hiesigen Politikern, die Probleme und Menschlichkeit nur zu gern „weg lächeln“, um damit eigene Inkompetenz, Charakterlosigkeit und Ignoranz zu verbergen. Was natürlich nicht geht und schon längst entlarvt wurde. Immer daran denken: Aus einer bekannten „Larve“ erwuchs auch kein „Schmetterling“!

Demonstrant nicht gleich „Fremdenhasser“!

Wenn Menschen demonstrieren, friedlich wohl gemerkt, sind es noch lange keine „Fremdenfeinde“ oder „Fremdenhasser“, gleichwohl sind Politiker, die hiesige Freidenker mit allen Mitteln an den Rand der Gesellschaft drängen, auch noch keine Kriminellen, sondern nur charakterlos. Punkt.

Unsere Medienlandschaft ist längst zu einem „Schlagwort-Faschismus“ verkommen. Genau. Der Autor macht hier fleißig mit. Denn: Wer Menschen in Online-Magazinen als „Fremdenfeinde“ bezeichnet, will Krieg mit Worten führen! Und wo so etwas endet, das wissen wir seit dem Ende des Wilhelminismus, Nationalsozialismus, Stalinismus und Demokratismus. Wer so verbal ausholt, ist keinen Deut besser, als die Leute, die sie/er kritisiert.

Anstatt zu agitieren, im Mainstream auch der früheren Zentralorgande der SED-Bezirksleitungen zu schwimmen, sollte diejenige/derjenige einmal hinterfragen, warum es Menschen gibt, die Unbehagen verspüren, wenn plötzlich, ohne größere Vorankündigung, ohne Informationen darüber, plötzlich Menschen in frühere Schulen, Turnhallen oder Lagerhallen einquartiert werden, was alles andere als großherzig ist.

Bessere Möglichkeiten

Es gibt so viele gute, bessere Gebäude für die Unterbringung von wirklichen Bürgerkriegsflüchtlingen, insbesondere in der Landeshauptstadt M-V, als eine nicht mehr genutzte Schule. Es sind „unendlich“ viele Räumlichkeiten in Schwerin vorhanden, in der Flüchtlinge ein besseres Zuhause hätten: im IHK-Gebäude an der Graf-Schack-Allee, im Stadthaus am Packhof, im Dom Schwerin, in der Diakonie an der Körnerstrasse, im Gebäude der Handwerkskammer in der Friedensstrasse, im DGB-Gebäude in der Külz-Straße, in den hervorragend ausgestatteten Wahlkreisbüros der Parteien, im Schloss oder im ehemaligen Gebäude der DDR-Staatsbank in der Friedrichstrasse.

Ähnliches gilt für Wismar oder Rostock.

Warum werden Flüchtlinge in sozialen Brennpunkt-Vierteln untergebracht? Soll ein zweites Rostock-Lichtenhagen provoziert werden? Warum werden zudem die hiesigen Bürger nicht „mitgenommen“ und letztendlich mit vollendeten Tatsachen konfrontiert?

Niemand hat ein „Fremdenhas-Gen“, sie/er können aber dazu gemacht werden…

Warum bringt man Flüchtlinge nicht zuletzt in der Schweriner City, in der Rostocker und Wismarer Innenstadt unter , in den „guten Gegenden“. Doch wohl hoffentlich nicht, weil dort die Protagonisten der einzelnen Parteien, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Kirchen leben, die gern „Gutmenschentum“ verbal verkünden, wenn aber Entbehrungen und Hilfe von diesen gefordert wird, plötzlich „abtauchen“… Pharisäer eben, die menschliche Nächstenliebe und Solidarität gern auf Kosten der anderen zelebrieren.

Sollen doch die hiesigen Gewerkschafter, Kirchenvertreter und Politiker in mehr oder minder herunter gekommenen Plattenbausiedlungen, Turnhallen, Lagerhallen, Abstellräumen oder Schulen ihrem mehr oder minder sinnreichen Tun nachgehen. Aber anderen muten diese solche „Umgebungen“  zu!

Ekelhaft, wie inzwischen Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Neid, Hass, Missgunst und Verlogenheit durch unsere politischen und medialen Vertreter befördert wird.

Hartz IV-Diskussionen ohne Ende

Beispiel: Der Regelsatz von „Hartz IV“ soll ab 2016 um monatlich 5 Euro erhöht werden. …Wie eine Nicht-Zeitung groß verkündete. Nicht um zu informieren, sondern um zu hetzen, um Vorurteile zu schüren.

Hartz IV-Empfänger – mittlerweile ein extrem negativer Sammel-Begriff für die angeblich „Nicht-Leistungsbereiten“ in dieser Gesellschaft. Mit der Bezeichnung „Hartz IV-Empfänger“ lassen sich vortrefflich ganze Personengruppen stigmatisieren, unabhängig ob sie verschuldet oder unverschuldet in den Leistungsbezug von Hartz IV gelangt sind.

Die Mehrheit der Bevölkerung folgt inzwischen der medialen Inszenierung, dass nur Geringqualifizierte, Arbeitsunwillige oder Arbeitsscheue Hartz IV-Leistungen erhalten.

Tja, auch das ist Deutschland im Jahr 2015…

Dabei gibt es andere Beispiele, wie Menschen (unverschuldet) sozial abstürzen können … Da ist der ehemalige erfolgreiche DDR-Trainer, der sich stets SED und Doping-Praxis verweigerte, letztendlich in der DDR faktisch Berufsverbot hatte, sich mit gering bezahlten Jobs abfinden musste und auch nach 1990 keinen Fuß auf den Boden bekam, weil die alten DDR-Seilschaften weiter funktionierten.

Da ist der frühere politische Häftling, der sich der DDR-Obrigkeit widersetzte, der alles, auch seine Gesundheit aufs Spiel setzte, ein Fanal gegen stalinistische Strukturen setzte und nun – mit ruinierter Gesundheit – staatliche „Sozialleistungen“ erhält.

Da ist der Junior-Professor, der ohne eigene Schuld einen schweren Verkehrsunfall hatte, seinen alten Beruf gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben kann und nun auch auf Hartz IV angewiesen ist.

Und da ist die allein stehende, junge Mutter mit beruflicher Ausbildung und zwei Kindern, deren Ehemann frühzeitig starb, und nun – auch wegen der mangelnden Kinderbetreuung – keinen Arbeitsplatz erhielt und auf Hartz IV angewiesen ist.

Einzelbeispiele ?! Sicher.

Natürlich gibt es auch die tatsächlich Arbeitsunwilligen, die Arbeitsscheuen, die Schwarzarbeiter, die Hartz IV beziehen. Ist das aber die Mehrheit. Zweifel sind angesagt.

Demokratie lebt vom Individualismus. Jeder Fall ist einzeln zu betrachten.

Dass aber unverschuldet in Not Geratene mit Arbeitsverweigerern in „einen Topf geworfen werden“, ist keine Demokratie, das ist eine das Individuum verachtende Herangehensweise !

Und nun wird eine Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um 5 Euro heftig kritisiert! So viel geistige und charakterliche Armseligkeit war selten…

Da gibt es doch ganz andere staatliche Finanzsummen für Subventionen und Zuwendungen im Hinblick auf Konzerne, Geldinstitute, Verwaltungen und Verbände. Ganz zu schweigen von den Diäten für unsere politischen „Eliten“.

Wo ist der echte Sport?!

Das nächste Thema betrifft einen wichtigen Teil unserer Gesellschaft, den Sport, der bei MV-Schlagzeilen auch oft ausführlich im Fokus steht.

Es ist mitunter schon ein Krampf, was einem tagtäglich so geboten wird. Schaut man gegenwärtig in die Zeitungen und Magazine, gerade im Bereich des Sportes, so hat man bisweilen den Eindruck, als würden nur drei Wettkämpfe stattfinden: an erster Stelle natürlich der perverse, Milliarden Euro verschlingende Fußball“sport“, gefolgt von den nicht minder perversen „Spott“-Veranstaltungen „Formel 1“ und „Profi-Kirmes-Faustkampf“ mit weltmeisterlichem Pseudo-Wert.

Der aufrechte Sportfan wundert sich nur angesichts derlei Ignoranz, Engstirnigkeit und Einseitigkeit vieler Sport-Berichterstatter.

Die drei sportiven Affen…

Aufrichtiger und ehrlicher Sport findet kaum mehr statt – höchstens als Randnotiz und Platzfüller zwischen Windel- und Katzenfutter-Nahrung. Werbung für „Affen-Nahrung“ entfällt, der bedarf es auch gar nicht, denn es reicht ja schon jene für die Zucker-Pakete. Es heißt ja nicht umsonst: Gebt den Affen Zucker! Und die bedanken sich, in dem sie nichts mehr hören, sehen und sagen wollen.

Wie manche Sportfreaks, ob aktiv oder inaktiv. Die „Sprechblaseritis“ darf man dann auf irgendwelchen Gesichtsbüchern und anderen „Asocial Media“ anschauen.

Tradition vergessen…

Mitunter fragt man sich, ob einige mit offenen Augen schlafen oder ob sie wirklich schon abgetreten sind? Im Sportsommer 2015 gab es ein Jahr vor „Olympia“ 2016 in Rio de Janeiro wichtige WM in den olympischen Kernsportarten. Von den wenigsten wurde wirklich kompetent, fundiert und überhaupt informiert.

Frustration vorhanden…

Aber inzwischen scheint – bewußt oder unbewußt – bei einigen vermeintlichen Sportenthusiasten Frust, Selbstgefälligkeit oder Resignation eingezogen zu sein. Die Negation der Negationen hat begonnen… Oder: Man will nicht mehr oder der Wille geht in Richtung Massen-Medien, die wiederum mit „Fußballerei“, „Boxerei“, „Formel Einserei“, usw. tricksen…

Man begibt sich in die Hände derjenigen, für die Sport nur Selbstzweck, Marketing und „Auflage“ bedeuten. Der große Dramatiker Heinrich von Kleist meinte einst im Hinblick auf das Pressewesen: „… Die zwei obersten Grundsätze: Was das Volk nicht weiss, macht das Volk nicht heiss… Und: Was man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk für wahr …“

Man bemerke das Wort „dreimal“. Da sind wir dann wieder bei den „drei Affen“…

Wollt Ihr so tatsächlich sein, liebe Sportfreunde?!  Glaubt Ihr tatsächlich, Euer (Sport-)Heil liegt bei Massen-Medien, die Euch nur benutzen? Und glaubt Ihr ferner, Euch selbst einen Gefallen zu tun, wenn Ihr die „Anderen“ ignoriert?

Denkt mal darüber nach und beschwert Euch nicht, wenn Eure Sportveranstaltungen nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die sie eigentlich verdienen.

Um „fußballerisch“ zu sprechen: Der Ball liegt in Eurer Hälfte. Benehmt Euch aber nicht wie Affen!

In diesem Sinne „Sport frei“ und „Auf die Plätze! Fertig! Los!“. Um dabei zu sein, wenn dann folgt „Mach mit! Mach`s nach! Mach`s besser!“.

Macht es aber nicht so, wie der Mainstream in Politik und Medien. Vergesst niemals: „Die ‚Freunde‘ nennen sich aufrichtig, die ‚Feinde‘ sind es!“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph) oder „Der glücklichste Sklave ist der erbittertste Feind der Freiheit!“ (Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin / Eine echte geistige Powerfrau im Gegensatz zu den heutigen!)

Wollte Ihr alle weiterhin in der Tragikomödie „Die drei Affen erfreuen sich an der vorgegaukelten Freiheit“ mitspielen oder wäre es nicht besser, aus dem „vergoldeten“ Holzkäfig zu fliehen und endlich nachzudenken bzw. zu verändern. Zum Positiven.

Es ist genug für alle da! Lasst Euch nicht für „dumm verkaufen“. Schon gar nicht von selbst ernannten „Gutmenschen“ und deren Gesinnungspolizei! Schon Dr. Kurt Schumacher, der große Kämpfer gegen braune und rote Despoten, warnte vor den rot lackierten Nazis! Zu Recht!

Die 1000000 Euro-Frage lautet: Wer ist nun der wirkliche „Feind“?!

Dr. Marko Michels

Foto/Michels: Im Schloss Schwerin sind noch genügend Zimmer frei!