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Sozialministerin Schwesig fordert Integration von Menschen mit Behinderungen
  • 2. Dezember 2008   Artikel drucken
  • “Alle Menschen müssen gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilhaben können, selbstverständlich gilt das auch für Menschen mit Behinderungen”, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember. “Die Teilhabe muss alle wichtigen Bereiche des Lebens umfassen, ich will als Beispiele nur Arbeit, Wohnung und Freizeit nennen”, so Schwesig.

    In Mecklenburg-Vorpommern leben 275 000 Menschen mit einem Grad der Behinderung von 50 (oder mehr). “Das Land Mecklenburg-Vorpommern tut viel, um deren Teilhabe zu fördern und zu verbessern”, sagte Schwesig. Einige Beispiele: Im vergangenen Jahr hat das Land mit 1,9 Millionen Euro den Bau von Wohnstätten für Menschen mit Behinderung gefördert. Darüber hinaus flossen 346 000 Euro in die Finanzierung des familienentlastenden Dienstes. Ambulante Maßnahmen wie Tagesfahrten bezuschusste das Land mit 314 000 Euro.

    Das am 1. August 2006 in Kraft getretene Landesbehindertengleichstellungsgesetz stärkt die Stellung von Menschen mit Behinderungen in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Hilfe des Gesetzes ist es erstmals gelungen, den Fachbegriff der “Barrierefreiheit” im Landesrecht zu definieren. “Barrierefreiheit” heißt: Menschen mit Handicap erhalten ohne besondere Erschwernis und ohne fremde Hilfe Zugang zu allen Lebensbereichen.

    Tags: Behinderung, Gleichstellung, Integration, Manuela Schwesig



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    1 Kommentar

    Eine Reaktion zu “Sozialministerin Schwesig fordert Integration von Menschen mit Behinderungen”

    1. Michels
      Am 3. Dezember 2008 um 22:18 Uhr

      Mehr als nur Reserven vorhanden …

      Die Forderungen der neuen Sozialministerin des Landes, Manuela Schwesig, sind nur zu unterstützen, und mit Nachdruck zu bekräftigen.

      Erfreulich, dass der Terminus „Menschen mit Behinderung“ durch sie mit dem Begriff „Menschen mit Handicap“ immer mehr ersetzt wird, gerade da dieser nicht eine destruktive und einseitige „Sichtweise“ auf diejenigen vermittelt, die mit irgendwelchen Beeinträchtigungen leben müssen.

      Leider sind nicht die jeweiligen körperlichen Beeinträchtigungen das eigentliche „Hindernis“, die eigentliche „Behinderung“, sondern es sind die rücksichtslosen und wenig verständnisvollen Verhaltensweisen der Mitmenschen, sei es im täglichen Leben, bei der „Job-Vergabe“ oder bei Förderungen mit Perspektive.

      Ja, es werden Fördergelder in Mecklenburg-Vorpommern auch für Menschen mit Handicaps zur Verfügung gestellt – auf den ersten Blick in der genannten Höhe richtig und wichtig.
      Nur ist es noch immer so, dass dieses Geld nicht wirklich bei denjenigen ankommt, die es wirklich benötigen und für eine berufliche Perspektive, zur Förderung neuer beruflicher Möglichkeiten, tatsächlich brauchen.

      Menschen mit Beeinträchtigungen sind ja nun gerade nicht nur diejenigen, die z.B. seit der Geburt auf den Rollstuhl angewiesen sind, es gibt ja auch gerade genügend Personen, die – unverschuldet – durch Unfälle, schwerwiegende Erkrankungen plötzlich immense Handicaps aufweisen.

      Und dann gibt es auch – und das wird in dieser Gesellschaft oft „übersehen“ – Opfer von vorsätzlichen oder fahrlässigen ärztlichen Fehlbehandlungen. Schlimm sind dabei die menschlichen Schicksale, deren Gesundheit während der nationalsozialistischen Diktatur durch menschenverachtende „Experimente“ und „medizinische Versuche“ in Konzentrationslagern vorsätzlich zerstört wurde.

      Leider gab es nachweislich auch in der DDR, eine Schande für den sich selbst so nennenden „ersten Arbeiter- und Bauern-Staat auf deutschem Boden“, ähnliche Fälle. Oppositionelle, die nach Stasi-Verhören und Stasi-Folter keine ausreichende medizinische Versorgung erhielten, gibt es zu Tausenden. Auch politische „Querdenker“, die sich nicht dem „real existierenden Sozialismus“ unterordnen wollten und auf dringende medizinische Hilfe angewiesen waren, erging es nicht viel besser, ausgerechnet dann, wenn diese einen mehr als systemnahen Arzt aufsuchen mußten.

      Diese Menschen finden sich, nachdem Leben und Gesundheit in der NS- oder realsozialistischen Diktatur ruiniert wurden, plötzlich wieder am Rande der Gesellschaft wieder, weil sie eben nicht so „durchgestylt“ und „makellos“ sind, wie es dem realdemokratischen Idealbild entspricht.

      Schlimm sind ebenfalls die Fälle, in denen wissenschaftlicher Pfusch und Profit-Gier der Pharma-Industrie eine Vielzahl von Lebensentwicklungen nachhaltig negativ beeinflussten (Stichwort „Contergan-Skandal“).
      Nur, „weiße Kittel“ haben eine starke Lobby – im Gegensatz zu den Opfern medizinischer Fehlbehandlungen.
      Es ist heute zwar sehr zu begrüßen, wenn Auffahrten für „Rollis“ bei öffentlichen Gebäuden zur Pflicht werden, aber damit allein ist es nicht getan. Auch die weitere Förderung des familienentlastenden Dienstes ist unabdingbar.

      Aber: Oftmals gehen Gelder, die für eine Förderung von Menschen mit Handicap vorgesehen sind, in einem Verwaltungsapparat unter, der mehr Menschen ohne Handicaps Arbeit gibt als eigentlich – wie vorgesehen – Menschen mit Handicaps.

      Integrationsdienste, Integrationseinrichtungen, Behindertenverbände oder Selbsthilfeeinrichtungen „schießen wie Pilze aus dem Boden“, erhalten üppige öffentliche Zuwendungen, geben Menschen (nicht immer, aber überwiegend) ohne Handicaps Arbeit und der sich Hilfe Erhoffende (mit Handicaps) geht leer aus.

      Auch in öffentlichen Verwaltungen – und hier konnte der Verfassende selbst „beste“ Erfahrungen sammeln – wird insbesondere die Frage „Wie gehe ich mit Menschen um, die erst im „späteren Leben“ Opfer einer oder mehrerer ärztlicher Fehlbehandlungen wurden, aber dennoch geistig rege und relativ belastbar sind ?“ unbefriedigend beantwortet.

      Es ist mittlerweile sogar so, dass – und das ist eigentlich das Abscheulichste, was es gibt – Menschen mit Handicaps, die in „Machtpositionen“ sind, plötzlich diejenigen negieren, die auch betroffen sind und Handicaps aufweisen. … Devise: „Ich habe es geschafft, habe mein Aus- und Einkommen – was geht mich da fremdes Elend` an !“.

      Ja, die neue Sozialministerin kann da nur begrenzt eingreifen, auch ihr Einfluß ist nicht exorbitant, aber sie kann und sie sollte versuchen, die „Welt“ für Menschen mit Handicaps ebenfalls in M-V ein wenig besser, lebenswerter zu machen – gegen alle Widerstände.

      Dr.M.Michels

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