Simone Schroth kann ihren Sohn endlich auf Rügen beisetzen

Simone Schroth kann ihren Sohn endlich auf Rügen beisetzen.

Rostock • Es ist ein Gänsehautthema, das Mecklenburg-Vorpommern seit Tagen beschäftigt: Eine Mutter von der Insel Rügen verliert ihr Kind. Die schlimme Meldung: Anfang Februar (mut- maßlich am 04. Februar 2017) verstirbt in Spanien der 35-ja?hrige Enrico Oelsch – er ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden (die OZ berichtete). Der junge Mann stammt urspünglich von der Insel Rügen, ist vor Jahren nach Spanien ausgewandert, um in der Sonne sein Glück zu finden. Seine Mutter, Simone Schroth, lebt immer noch dort. Als wäre der Tod ihres Sohnes noch nicht schlimm genug, steht die Mutter auch noch vor den immensen Kosten, die die Überführung aus Spanien kostet. Das zuständige spanische Untersuchungsgericht hat der Abholung des Leichnams zugestimmt, doch das Geld kann die Mutter alleine nicht aufbringen. Gemeinsam rufen alle Medien des Landes dazu auf, Simone Schroth zu unterstützten – mit Erfolg.

Nachdem XXL-Morgenmann Onni Schlebusch von der Geschichte erfuhr, besuchte er die trauernde Mutter auf Rügen und versprach ihr, dass er irgendwie helfen wu?rde. Gestern früh im Radiomorgen fu?r Mecklenburg-Vorpommern berichtete Simone Schroth persönlich von ihrem Schicksalsschlag im Radio. „Ich war auf Arbeit. 9.10 Uhr rief mein Sohn Martin – der ist 17 und wohnt noch hier – bei mir an, und sagt: ,Mama ich hab ne schlechte Nachricht. Die Polizei hat geklingelt. Es geht um Enrico.‘ Ich sagte: ,Ach, sag bloß, was?‘ Und da hat er gesagt: ,Ja, Mama, sie haben Enrico tot gefunden’“, erzählte die Mutter unter Tränen.

Nach dieser erschütternden Nachricht folgte gleich der nächste Schock: Um ihn aus Spanien nach Hause zu holen und auf Rügen zu beerdigen, sollte die trauernde Frau 4.500 Euro zahlen, die sie nicht hatte. Die einzige Alternative, wenn die Familie den Betrag nicht aufbrächte, wäre laut Behörden ein Armenbegräbnis in Spanien gewesen – ohne Grabstein. Für Simone Schroth eine undenkbare Option. „Im schlimmsten Fall wäre er irgendwo auf einer Wiese gelandet, auf der dann Hunde pinkeln gehen.“ Sie versuchte also alles, damit Enrico seine letzte Ruhe in Mecklenburg-Vorpommern ndet und startete einen Spendenaufruf. Antenne MV unterstützte die Aktion und rief selbst im Radio zur Mithilfe auf.

Dann passierte heute das Unfassbare: Eine Frau, die anonym bleiben möchte, meldete sich im Studio – sie wollte unbedingt helfen. Ihr Beitrag: Sie überwies die noch fehlende Summe von mehr als 1.000 Euro an Simone Schroth, damit sie ihren Sohn endlich nach Hause holen kann. Die fantastische Nachricht überbrachte Onni direkt an die Mutter nach Bergen – und die war mehr als überwältigt. „Ich möchte allen, die gespendet haben, von ganzem Herzen danken, das kann sich keiner vorstellen, selbst wenn nur fünf Euro Spenden gekommen sind, sind bei mir die Tränen geflossen. Bei jeder Spende. Es ist Wahnsinn, wie mir das unter die Haut geht, ich möchte einfach nur sagen: Herzlichen, herzlichen Dank.”

Auch Antenne MV dankt allen Spendern, die es Simone Schroth aus Bergen möglich gemacht haben, dass ihr Sohn in Mecklenburg Vorpommern seinen Frieden findet. Das ist Mecklenburg Vorpommern: Nicht lang schnacken, sondern anpacken und helfen!

 

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