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Tesch: Wissenschaftsstandort M-V weiter wettbewerbsfähig gestalten
  • 4. Juni 2010   Artikel drucken
  • Die weitere Entwicklung der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern in der Zeit von 2011 bis 2015 – das ist das Thema der Verhandlungen für die Zielvereinbarungen, die noch in diesem Jahr zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und den einzelnen Hochschulen des Landes abgeschlossen werden sollen.

    Bildungsminister Henry Tesch: “Diese neue Planungsperiode nehmen wir gemeinsam zum Anlass, um uns neuen Aufgaben zu stellen und die weiteren Ziele zu definieren, die es ermöglichen, den Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern weiter wettbewerbsfähig und attraktiv gestalten zu können.”

    Die erste Gesprächsrunde zu den Zielvereinbarungen hat heute im Bildungsministerium unter Leitung von Staatssekretär Udo Michallik mit Vertretern der Universität Greifswald stattgefunden. Staatssekretär Michallik: “Ziel ist es, die erfolgreiche Entwicklung der Hochschulen in unserem Land fortzuschreiben und dafür gemeinsam einen verlässlichen Rahmen für die Zukunft abzustecken. Die Erfolge bei den Bundeswettbewerben “Gesundheitsregionen der Zukunft” und “Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern”, bei denen unser Land 4 große Projekte platzieren konnte, machen die Kraft eines guten Zusammenspiels aller Beteiligten deutlich.” (Siehe Hintergrund)

    Bis Mitte Juni sollen die Auftaktgespräche mit allen Hochschulen abgeschlossen sein, um anschließend in Detailverhandlungen zu treten. Ende Oktober 2010 sollen die Entwürfe der Zielvereinbarungen dem Kabinett vorliegen, im Dezember ist die Einbringung in den Landtag vorgesehen.

    Für die Zielvereinbarung sollen Festlegungen getroffen werden zu

    - den Leitbildern der Hochschulen,
    - den Entwicklungs- und Leistungszielen der Hochschulen und
    - zu den Leistungen des Landes.

    Grundlage für die Zielvereinbarungen sind die Eckwerte der Hochschulentwicklung für die kommenden fünf Jahre, die die Landesregierung am 4. Mai 2010 beschlossen hat. Die Eckwerte legen die Grundlinien der Landeshochschulplanung fest, auf deren Basis die Zielvereinbarungen verhandelt und abgeschlossen werden.

    Die wichtigsten Aspekte der Eckwerte für die künftige Entwicklung sind:

    - Das Land wird die Qualität in Studium und Lehre im Rahmen des Bolognaprozesses weiter steigern, um dadurch für Studierende aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland möglichst attraktiv zu sein. Die qualitativ hochwertigen Studienangebote des gestuften Studiensystems werden zugleich intensiv beworben. Außerdem soll der Weiterbildungssektor ausgebaut werden.

    - Die Forschung wird auf der Basis des erreichten Niveaus weiter profiliert. Darüber hinaus gilt es, die Chancen der Internationalisierung zu nutzen sowie die Teilhabe von Frauen auf allen Qualifikationsebenen der Wissenschaft zu verbessern.

    - Die Hochschulen werden ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ausbauen durch Wissenstransfer, Patente und technologieorientierte Unternehmensgründungen aus Hochschulen.

    Diese grundlegenden Zielstellungen sind Orientierung für die fachlichen Entwicklungsschwerpunkte der einzelnen Hochschulen. Dabei sollen über die disziplinären Strukturen hinaus Querstrukturen wie die Interdisziplinäre Fakultät der Universität Rostock besonders gefördert werden. Vorgesehen ist auch die Einrichtung eines übergreifenden Landesschwerpunkts Gesundheitswissenschaften. Besonderer Fokus liegt außerdem darauf, die Lehrerbildung entsprechend weiter zu qualifizieren, zu profilieren und entsprechend des Bedarfs zu planen, was konkret in den Zielvereinbarungen festzuhalten ist.

    Das Land hält die Investitionen auch weiterhin auf hohem Niveau. Einschließlich der Mittel aus den Konjunkturprogrammen werden in den Jahren 2011 – 2015 annähernd 500 Mio. € für Bau- und Ersteinrichtungsmaßnahmen sowie Großgeräte eingesetzt. Damit werden die Räumlichkeiten der Hochschulen modernisiert und weiter ausgebaut. Im Jahr 2015 werden dann rund 20.000 voll ausgebaute Studienplätze zur Verfügung stehen.

    Auch die Betriebsmittel werden durch den Hochschulkorridor stabilisiert. Nach den beträchtlichen Erhöhungen von 2009 – 2011 in Höhe von fast 30 Mio. € sind auch in den Jahren danach weitere Steigerungen zur Finanzierung der im Haushaltsplan ausgewiesenen Stellen vorgesehen.

    Hintergrund

    Das Bundesforschungsministerium hat am 5.5.2010 die drei Gewinner des Wettebewerbes “Gesundheitsregionen der Zukunft” bekannt gegeben, zu denen Mecklenburg-Vorpommern mit dem Projekt “HIC@RE – ein Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien” zählt.

    Die Gesundheitsregion Ostseeküste wird unter dem Namen HIC@RE (Health, Innovative Care und Regionale Economy) als Modellregion für Deutschland zeigen, wie eine Allianz gegen das immer größer werdende Problem der Ausbreitung von multiresistenten Erregern gebildet und umgesetzt werden kann.

    Der HIC@RE -Verbund vereint 37 regionale und überregionale, akademische und Unternehmenspartner.

    Die Universität Greifswald ist zusammen mit der Universität Rostock und der BioCon Valley GmbH federführend im Projekt.

    Das Bundesministerium unterstützt die Umsetzung Konzeptes in den kommenden vier Jahr mit rund 7,5 Millionen Euro. Etwa die gleiche Summe bringen die Partner als Eigenanteil auf, 820 000 Euro stellt das Bildungsministerium zur Verfügung.

    Im Mai 2009 hatte Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland mit gleich drei Projektanträgen im Bundeswettbewerb “Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern” überzeugt.

    Die drei Gewinnerprojekte waren:

    - GANI_MED-Greifswald Approach to Individualised Medicine, Sprecher: Herr Prof. Heyo Kroemer, Universität Greifswald

    - Light2Hydrogen: Implementierung eines wissenschaftlichen Clusters Energie für die Zukunft – Photokatalytische Spaltung von Wasser zu Wasserstoff, Sprecher: Herr Prof. Matthias Beller, Leibniz-Institut für Katalyse, Rostock

    - REMEDIS: Regionale Entwicklung – Medizintechnische Innovation – Spitzenforschung, Sprecherin: Frau Prof. Katrin Sternberg, Universität Rostock

    Tags: Bologna-Prozess, Henry Tesch, Hochschulen, Udo Michallik, Universität Greifswald, Universität Rostock



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