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Vor den World Games 2009 auf Taiwan
  • 10. März 2009   Artikel drucken
  • Die Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten beginnen in vier Monaten …

    World Games-Goldmedaillengewinnerin von 2005, Sabine Felser (Rostock/32), über die Spiele vor vier Jahren, sportliche “Hindernisse” und ihre gegenwärtigen Ziele

    SFFrage: In knapp vier Monaten beginnen die World Games, die Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten. Neben Olympia bzw. Paralympia sowie der Universiade, den Weltspielen im studentischen Sport, eine der größten Sportveranstaltungen.
    Sie selbst nahmen 2005 in Duisburg im Ju-Jutsu an den World Games teil und gewannen Gold. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg in der Rückblende? Puschte dieser Ihre sportliche und berufliche Karriere ?

    Sabine Felser: Nein, zumindest die sportliche Karriere auf keinen Fall! Ich wusste im Vorfeld, das die World Games mein letztes großes internationales Turnier ist. Ich hatte im März 2005 mein Studium beendet und mich im Anschluss ausschließlich auf die Weltspiele vorbereitet. Im Anschluss habe ich meine sportliche Karriere beendet und mich auf Beruf und Promotion zu konzentrieren. Nach 10 Jahren Bundeskader, zwei WM- und drei EM-Titeln der absolut richtige Zeitpunkt, denke ich auch jetzt, vier Jahre später.

    Die World Games waren für mich der absolute Höhepunkt, da ich 2001 in Akita (Japan) auf Grund der Gewichtsklassenstreichung nicht an den Start gehen konnte. Ich bin aber froh, dass ich mir 2005 meinen Startplatz trotz Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Verletzung erkämpfte. Ich habe trotz der Steine, die mir in den Weg gelegt worden sind, alles erreicht und das macht mich stolz. Es zeigt mir auch heute noch, dass man Ziele erreichen kann, wenn man hart dafür kämpft und an diesen festhält.

    SFFrage: World Games werden seit 1981, damals war das amerikanische Santa Clara Veranstaltungsort, ausgetragen. Duisburg vor vier Jahren war nach Meinung der Sportler und Funktionäre ein „Meilenstein“ in der Entwicklung der World Games. Wie erlebten Sie 2005 die Atmosphäre im „Ruhrpott“? Welche Wettbewerbe verfolgten Sie „live“ als Zuschauerin?

    Sabine Felser: Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Keine! So traurig es auch jetzt im Nachhinein noch ist, unser Verband hatte kein Geld um uns eine Unterkunft über mehr als zwei Tage im Vorfeld zu bezahlen. Ich habe weder die Eröffnungs- noch die Abschlussfeier genießen können. Selber hatte ich nach Abschluss meines Studiums kein Geld, um auf eigene Kosten früher anzureisen. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum man keinen Weg gefunden hat das anders zu organisieren. Die Stimmung in der Halle, in der unsere Kämpfe ausgetragen wurden, war einfach genial! Auch das ganze „Drumherum“, wie Fahrdienst und Verpflegung, war sehr gut, man hat sich viel Mühe gegeben.

    Frage: In Duisburg 2005 nahm mit der Flossenschwimmerin Carolin Stut (Rostock/Gewann Bronze !), dem Flossenschwimmer Marco Scholz (Rostock), mit der Rettungsschwimmerin Alexandra Berlin (Anklam), mit der Wasserskisportlerin Joanna Berg (Feldberg), mit der Gymnastin Sophie Schwassmann (Schwerin) und mit Ihnen auch ein Sextett aus M-V teil. Wie sieht es in diesem Jahr im Ju-Jutsu für M-V aus? Wird es in dieser Sportart Starterinnen oder Starter aus unserem Bundesland in Kaohsiung/Taiwan geben?

    Sabine Felser: Davon sind wir auch noch weit entfernt! Bis im Ju-Jutsu mal wieder eine Athletin oder ein Athlet aus MV teilnehmen kann, werden wohl noch viele Jahre vergehen.
    Es ist eben ein langer steiniger Weg der zurückgelegt werden muss.

    Frage: Wie würden Sie interessierte Talente zum Ju-Jutsu “locken” wollen? Was macht den Reiz des Ju-Jutsu, aus Ihrer persönlichen Sicht, aus?

    SFSabine Felser: Ju-Jutsu fordert den ganzen Menschen, körperlich und geistig. Auf Grund der Technikvielfalt kann sich jeder individuell entwickeln und wird in kein System gepresst. Ju-Jutsu ist der Zehnkampf der Kampfsportarten. Es kann als Wettkampfsport betrieben werden, aber auch als reiner Freizeitsport oder als Kampfkunst, also sehr traditionell. Da sich das Ju-Jutsu Techniken anderer Kampfsportarten bedient, ist es ein offenes System und ermöglicht dem Sportler den Blick nach rechts und links.

    Frage: Sie sind Trainerin im Ju-Jutsu, studierten Sport und promovieren auch. Was ist aus Ihrer Promotion geworden? Bleibt der Sport Ihr Hauptberufsfeld? Sie waren mittlerweile ja außerdem sehr erfolgreich im Boxring …

    Sabine Felser: Meine Promotion läuft noch. Es werden wohl noch einige Jahre bis zum Abschluss vergehen, da ich „nebenbei“ als freiberufliche Dozentin und Trainerin arbeite. Derzeit unterrichte ich in Bargeshagen angehende Wellnesstrainer und Fitnesslehrer, arbeite dazu als Ju-Jutsu-Trainerin und gebe Rückenschulkurse. Ich bin, wie man sieht, noch vollkommen dem Sport verschrieben.

    Was mein eigenes Training angeht: Ich halte mich mit fünf bis sieben Trainingseinheiten in der Woche fit. Allerdings trainiere ich jetzt aber alles, wozu ich Lust habe und nicht mehr nur Ju-Jutsu-Fighting. Die Ausflüge in den Boxring waren ein neuer Anreiz, da ich es immer noch nicht geschafft habe, ganz vom Wettkampf los zu kommen. Im Ju-Jutsu kann ich, da ich nicht mehr in der Nationalmannschaft bin, nur noch national an den Start gehen. Ich erkämpfte mir aber 2007 und 2008 nochmals die deutschen Meistertitel. Was diese Jahr kommt, wir werden sehen?!

    M.Michels

    Erfolgsbilanz von Sabine Felser (Auswahl): Goldmedaille World Games 2005, Weltmeisterin 2002 und 2000, Vizeweltmeisterin 1998, Europameisterin 2003, 2001, 1999, Internationale Deutsche Meisterin 2003, 2002, 1999, 1998, 1997, Bundeskader 1998 bis 2005

    ____

    > RÜCKBLENDE: WORLD GAMES 2005: Goldener WORLD GAMES-Abschluss für M-V-Athletin / Rostocker Ju-Jutsu-Kämpferin gewann die Goldmedaille…

    „Ich bin überglücklich, dass ich in Duisburg Gold gewinnen konnte, denn die World Games sind unser Olympia. Meine Gewichtsklasse stand leider vor vier Jahren nicht auf dem Programm. Deshalb ‚brannte’ ich natürlich darauf, bei den Spielen 2005 erfolgreich zu sein.“, war Sabine Felser über den 1. Platz im Ju-Jutsu (bis 70 kg) mehr als zufrieden.

    CSTDie 28järige, die zweimal den WM-Titel im Einzel-Wettbewerb erkämpfte und sechsmal deutsche Meisterin wurde, konnte selbst eine Verletzung im Vorfeld der „World Games“ nicht stoppen: „Ich hatte mich vor geraumer Zeit im Training an der linken Hand verletzt. Noch vier Tage vor Beginn der Wettkämpfe in Duisburg erhielt ich Physiotherapie. Doch ich wollte bei den Games gewinnen. Es ist phantastisch, dass alles so gut ‚klappte’!, wies die Athletin, die einst mit dem Judo in Parchim begann, mittlerweile beim PSV Rostock trainiert und ab kommenden Jahr Rostocker Ju-Jutsu-Verein starten wird, über Schwierigkeiten in der Vorbereitungsphase auf Duisburg hin. „Für mich erfüllte sich mit dem WORLD GAMES-Titel ein Lebenstraum…“, verriet die Modell-Athletin abschließend.

    CSTEine Medaille gab es für M-V auch im Flossenschwimmen. Nach Platz 4 über 200 m Surface (Schnorcheln) mit deutschem Rekord und Platz 6 mit der 4 x 100 m-Staffel belegte die 16jährige Carolin Stut vom TSC Rostock 1957 e.V. über die doppelte Distanz den Bronze-Rang. Mit 3:23,81 erzielte die Vize-Europameisterin ihre bislang zweitschnellste Zeit über diese Strecke. „Meine Wettkampfplanung und der Aufbau waren eigentlich voll auf die Ende August beginnenden Jugend-WM ausgerichtet. Toll, dass ich doch noch die ersehnte Medaille bei den World Games gewinnen konnte.“, berichtete das Rostocker Schwimm-Talent.
    Für ihren Rostocker Team-Kollegen Marco Scholz, aktueller WM-Dritter, reichte es dieses Mal nach Verletzungspech (Halsbrustwirbelprellung) nicht zu einer Medaille: „Nach meiner Verletzung wollte ich mich im Kampf mit der Weltspitze gut verkaufen, dass ist mir hier in Duisburg gelungen.“.
    Die gute Bilanz für Marco Scholz in Duisburg: jeweils Platz 5 über 200 m / 400 m-Surface.

    KPDie fünfte Teilnehmerin für M-V, die Jugend-Europameisterin von 1997 Joanna Berg aus Feldberg, konnte im Wasserski (Damen-Klassisch) zwar nicht nach ganz vorn kommen, aber bereits ihre Qualifikation war der „absolute Wahnsinn“. „Die World Games sind das Top-Ereignis für uns Wasserskisportler, deshalb war ich unheimlich froh, in Duisburg starten zu können.“, meinte die talentierte Athletin vom WSC Luzin Feldberg.
    Ihre nächste Chance bei den „World Games“ könnte es 2009 geben: Dann starten die besten Athletinnen und Athleten der nichtolympischen Sportarten in Taiwan !
    Und auch Rettungsschwimmerin Alexandra Berlin aus Anklam konnte mit ihren Leistungen 2005 zufrieden sein.

    M. Michels

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    > Die bisherigen World Games

    TZI.1981 Santa Clara: 1265 Teilnehmer / II.1985 London: 1550 Teilnehmer / III.1989 Karlsruhe: 1965 Teilnehmer / IV.1993 Den Haag: 2275 Teilnehmer / V.1997 Lahti: 2600 Teilnehmer / VI.2001 Akita: 3200 Teilnehmer / VII.2005 Duisburg: 3200 Teilnehmer

    > Die World Games 2005

    DBR3200 Sportler aus 93 Ländern in 40 Sportarten vor 500000 begeisterten Zuschauern – so lautet die Rekord-Bilanz der VII. WORLD GAMES 2005 in Duisburg. „Duisburg organisierte die besten WORLD GAMES aller Zeiten. Die Athleten, die zahlreichen Helfer und das phantastische Duisburger Publikum trugen dazu bei, dass die WORLD GAMES 2005 einen Höhepunkt in der Geschichte dieser Sportveranstaltung darstellten !“; lautete das positive Resümee des Präsidenten der World Games-Asssociation, Ron Froehlich (USA), zu den Wettkampftagen in Duisburg.
    Bereits die Eröffnungsfeier war anno 2005 ein gelungener Auftakt. So präsentierten sich neben den teilnehmenden Sportlerinnen und Sportlern aus aller Welt auch zahlreiche Aktive aus dem Ruhrgebiet. Turnier-Tänzer, Break-Dancer, Stargast Nena, Moderatorin Ulla Kock am Brink, die Duisburger Philharmoniker, eine künstlerische Referenz an das „Revier“ zwischen Vergangenheit sowie Moderne und – als angenehme Erinnerung an die PARALYMPICS, die Weltsportspiele für gesundheitlich beeinträchtigte Athleten – der Auftritt der Tanz-Formation der „Rollis“ sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse im Stadion und darüber hinaus. Sogar IOC-Präsident J. Rogge zeigte sich 2005 über die glanzvolle Eröffnungszeremonie sehr angetan: „Duisburg war an diesem Tage nicht nur der sportliche Mittelpunkt der Welt !“. Das galt bis zum Abschluss der World Games !

    M.Michels

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    > Medaillenspiegel der World Games 2005 in Duisburg (Nation-Gold-Silber-Bronze)
    1.Russland 27-19-11 / 2.Deutschland 19-18-20 / 3.Italien 13-9-13 / 4.Frankreich 12-12-11 / 5.Australien 7-9-4

    > Der Zeitraum der World Games 2009 auf Taiwan: vom 16.Juli 2009 bis 26.Juli 2009.

    - Eröffnungsfeier: 16.7.09 im World-Games-Stadium./- Abschlussfeier: 26.07.09 / Entscheidungen, u.a. im Fallschirmspringen, Flossenschwimmen, Ju-Jutsu (21./22.07.09), Powerlifting, Tauziehen, Wasserski, Bodybuilding, Rettungsschwimmen, Wushu, Softball, Beach-Handball (Gesamt: 31 Sportarten)

    F.: 1.-3.: Sabine Felser (Sabine Felser/privat). / 4.-5.: Carolin Stut 2005 (M.M.). / 6.-8.: Impressionen zu den World Games 2005 (M.M.).

    Tags: Duisburg, Ju-Jutsu, Rostock, Sabine Felser, World Games



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