600 Segler auf dem Wasser, 1300 Drachenbootfahrer im Alten Strom und 50 Kinder beim Beachhandball


Ganz früh aufgestanden sind heute die 1300 Drachenboot-Fahrer, welche schon um kurz nach acht Uhr morgens ihren Tag mit einer Erwärmung auf der Bahnhofsbrücke begannen. Wenige Minuten später starteten sie ihre Rennen im Alten Strom, mit vielen Zuschauern und Sonnenschein.

Früh aufstehen mussten auch die Segler, denn bereits um zehn Uhr ertönten die ersten Startsignale für die 290 Jollen und 25 Jachten, die sich heute auf der Ostsee vor Warnemünde befanden. Am Sonntag starten alle Regatten der zehn verschiedenen Bootsklassen sogar noch früher.

Die Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft der 29er war heute medial sehr präsent, denn sie wurde erstmals auf der WARNEMÜNDER WOCHE simultan getrackt und im Live-Stream von SportSupreme.de ins Internet sowie auf eine große LED-Leinwand am Strand übertragen. Die 31 Teams aus Deutschland und Dänemark lieferten sich spannende Rennen, bis der Wind am Nachmittag leider nachließ.

Überraschend wird das Feld von den Bremerinnen Safia und Anisah Schuchmann angeführt. Sie haben zehn Punkte Vorsprung vor den Kielern Gwendal Lamay und Luke Willim. Diese gewannen Bronze bei der Kieler Woche und gehören zum Favoritenkreis.

Titelverteidiger der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Piraten, Ines Pingel-Heldt und ihr Mann Thomas, stehen nach drei Wettfahrten auf dem ersten Platz.

Ebenso eine IDM fahren die 470er. Annika Bochmann und Marlene Steinherr liegen zurzeit in der Gesamt- und Frauenwertung auf Platz 1. Bei den Herren liegen Malte Winkel und Matti Cipra hinter den amtierenden Europameistern Ferdinand Gerz und Oliver Szymanski. „Zum Glück konnten wir heute vier Wettfahrten durchziehen und haben somit die Bedingungen für die Durchführung einer Meisterschaft erfüllt“, freut sich Hartmut Oback, Wettfahrtleiter der 470er.

Vom Schwachwind betroffen war auch die Mecklenburgische Bäderregatta, an der 25 Jachten teilnahmen. Leider fand der ausgelegte Kurs lediglich vor dem Ostseebad statt und nicht entlang der Küstenlinie Richtung Kühlungsborn. Grund war, dass die Segler nicht durch die ebenfalls durch Flautenlöcher geplagten Jollenfelder kreuzen sollten. In der Gruppe ORC 2 konnte sich eine Jacht aus Warnemünde, die „MAIKO“, um Skipper Victorin Albrecht gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Die Schwachwindexperten der 2.4mR-Klasse freuten sich über die Abwesenheit der hohen Wellen des gestrigen Tages. Der Silbermedaillen-Gewinner der Paralympics 2012, Heiko Kröger, belegte gewohnt souverän fünf erste Plätze in fünf Wettfahrten.

In der Jugendbootsklasse 420er konnten die Warnemünder Lennart Kuß und Paul Arp in der dritten Wettfahrt den ersten Platz erkämpfen und liegen im Gesamtklassement auf Rang acht.

Die Polen um Tobiasz Zajaczkowski führen mit drei Siegen das Feld der Skippi 650 an.

Seit Jahren kämpfen bei den A-Cats Thilo Keller und Guido Schulte um den Sieg bei der WARNEMÜNDER WOCHE. In diesem Jahr führt nach zwei Wettfahrten der Berliner Matthias Dietz und verweist eben genannte auf Platz zwei und drei.

Die Olympische Bootsklasse Finn wird nach zwei Wettfahrten vom Wismeraner Ulli Kurfeld, der im ersten Teil der Segelwoche schon für das heimische Segel-Bundesliga-Team an den Start ging, angeführt. Der Schweriner Lars Haverland liegt derzeit auf Rang fünf.

Nach nur zwei Wettfahrten bei den OK-Jollen ist Martin von Zimmermann aus Wedel vor dem Dänen Bo Reker Andersen. Der Schweriner André Budzien folgt auf Rang drei.

Gewohnt unüberraschend ging es im Feld der 505er zu. Lutz Stengel und Frank Feller holten sich alle ersten Plätze und wollen in diesem Jahr endlich wieder einen Gesamtsieg in ihrem Heimatrevier ergattern.

Die Wüste lebt!

Man fühlte sich die letzten Tage wie in der Wüste. Nicht nur die Wege waren kaum zu erkennen, sondern auch die Spielflächen des 2. AHOI Kubb- und Beachhandball-Nachwuchs-Turniers waren dünenartig zugeweht.

In einem Kraftakt am Samstagmorgen wurden die Flächen mit Technik aber auch mit der Schaufel wieder freigelegt bzw. planiert, so dass die geplanten Sportaktionen zwar mit Verspätung, aber eben stattfinden konnten. „Nur ein ‚Hafenschwein‘ haben wir noch nicht gefunden und ausgebuddelt“, merkt Aufbauhelfer Steffen Oestreich an. Nach dem Sandsturm fing die „Wüste wieder an zu leben“, die Bühne beim Kubb-Turnier war gut und stimmungsvoll besetzt, die 12- bis 13-Jährigen probten, viele zum ersten Mal, den Beachhandball-Reiz.

Auch der Kinder-Beach-Biathlon hatte hier Premiere; noch nicht als Wettkampf sondern zunächst zum „Schnuppern“. Die Bühne am Leuchtturm war bereits am Freitagabend mit der „Oldie Company“ & „Jackbeat“ mit großem Publikumsinteresse zurück im Leben. Und so konnte am Samstag auch problemlos das 17. Shantychor-Treffen stattfinden.

Kein Tag der Weltmeister…

Das im letzten Jahr so erfolgreich gestartete AHOI Beachkubb-Turnier ging zur diesjährigen WARNEMÜNDER WOCHE in die zweite Runde. Es ging mit etwas Verspätung an den Start.

Organisator Klaus Riedel war froh, dass nach den vergangenen Tagen überhaupt gespielt werden konnte. Insgesamt reisten 33 Teams aus dem Norden und Osten Deutschlands an. Nach zahlreichen Stunden Kubben im Sand standen sich zwei Rostocker Teams, die Weltmeister „Kubb’Ings“ und die „Biersekte“, in einem spannenden Finale gegenüber.

Am Ende dann die Überraschung – nicht die Weltmeister sondern die „Biersekte“ durfte jubeln und den Wanderpokal in Form des Warnemünder Leuchtturms mit nach Hause nehmen. Der vierte Platz und somit auch der neue Pokal die „Goldene Ananas“ ging an die „Paradiesische FSKB Beach Kolonne“. Das Rostocker Prominenten-Team „Rostocker Kubbaner“ um Hanse Sail Chef Holger Bellgardt konnte sich in diesem Jahr steigern und den 10. Platz sichern.

Weiteres Highlight neben einer ausgebuchten Teilnehmerliste und der „Goldenen Ananas“ war ein neuer Contest: „King of the Beach“. Ziel war es den König aus einer größtmöglichen Entfernung umzuwerfen. Aus dem King wurde jedoch eine Queen – Kathi aus Leipzig traf selbst noch aus 16 Metern Entfernung und brachte den König zum Fallen.

Gesine Schuer / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Warnemünder Woche / Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde

Foto/Michels