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Weltmeisterschaften im Schwimmsport mit starkem deutschen Team
  • 13. Juli 2009   Artikel drucken
  • Mecklenburger Duo am Start

    RomRomEin sportliches Großereignis jagt in diesem Sommer das nächste: Universiade in Belgrad, World Games in Kaohsiung, Leichtathletik-WM in Berlin, Kanu-Rennsport-WM in Dartmouth, WM im Modernen Fünfkampf in London, EM im Reitsport in Windsor, Ruder-WM in Poznan und eben die Schwimm-WM im Rom, die am 18.Juli beginnt.

    Ein starkes Team mit 83 Athleten, darunter 22 Schwimmer/innen (13/9); sieben Langstreckenschwimmer/innen (3/4), zwölf Wasserspringer/innen (6/6); 15 Wasserballer und 15 Wasserballerinnen sowie zwölf Synchronschwimmerinnen, nimmt für deb Deutschen Schwimm-Verband an den 13. FINA-Weltmeisterschaften vom 18. Juli bis 2. August in Rom teil.

    Vor Jahresfrist, bei den Olympischen Spielen in Peking, gab es in den fünf maritimen Wassersportarten zweimal Gold (dank Schwimmerin Britta Steffen), einmal Silber und zweimal Bronze.
    Bei den WM 2009 starten aus M-V die bereits genannte Britta Kamrau und Thomas Rupprath (beide SC Empor 2000 Rostock e.V.).

    Frage: Britta, Sie sind eine Weltenbummlerin in Sachen Langstreckenschwimmen. Kein Gewässer ist vor Ihnen sicher. Nach dem unglücklichen Olympia-Jahr 2008 heißt es nun „Britta reloaded“ ?1

    BKBritta Kamrau: Es ist in dieser Saison für mich wirklich gut gelaufen, insbesondere mit den Erfolgen beim Grand Prix in Süd- und Mittelamerika. Ich konnte auch sehr gut trainieren und bin wirklich hoch motiviert für die WM. Leider verlief die Nominierung über den DSV nicht so optimal. Ich hatte nicht die reale Chance, mich national über die 25 Kilometer, die ich vor allem anvisiert habe, zu qualifizieren.

    Aber es gibt noch eine Mini-Chance für mich: Bringe ich über die 5 Kilometer eine exorbitant herausragende Leistung, und die nationale Konkurrenz ist über die 10 Kilometer nicht so glorreich, könnte noch ein Austausch für die 25 Kilometer erfolgen. Man möchte ja das beste Team für den langen Kanten … Daher hoffe ich, dass ich über die 5 Kilometer ein wirklich super Ergebnis schaffe und dann ist in Blickrichtung 25 Kilometer eventuell wieder eine weitere Möglichkeit vorhanden.

    Frage: Sie entflohen der norddeutschen Kälte und trainierten bis Mai in Mexiko. Dort gab es zwar keine Kälte, aber die Schweinegrippe. Wie war die Lage vor Ort ?

    BKBritta Kamrau: Klimatisch waren die Bedingungen schon sehr, sehr gut. Nachdem allerdings die ersten Fälle von Erkrankungen bekannt wurden, herrschte schon ein Ausnahmezustand. Kindergärten, Schulen und Universitäten wurden geschlossen.

    Das öffentliche Leben brach praktisch zusammen. Das Ganze dauerte 11 Tage. Trotzdem hat man mir das Leben vor Ort so angenehm wie möglich gemacht. Ich konnte auch weiterhin optimal trainieren.

    Frage: Die Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom sind das maritime Top-Ereignis in diesem Sommer. Was sind Ihre dortigen Minimal-Ziele ?

    Britta Kamrau: Ich bin zur Zeit wirklich sehr gut drauf und hatte bzw. habe, das will ich an dieser Stelle auch ganz deutlich sagen, mir vor allem über die 25 Kilometer die größten Chancen ausgerechnet, auf eine Medaille, auf Gold – wie 2007 in Melbourne.

    Jetzt muß ich mich erst einmal mit den 5 Kilometern zufrieden geben, aber auf die bin ich heiß. Eine Medaille strebe ich an, die sollte es schon sein. Und dann: Mal schauen, ob es mit den 25 Kilometern doch noch etwas wird …

    Frage: Zu Beginn des Jahres waren Sie bei den Weltcup-Wettbewerben „oben auf“. Seit Juni absolvieren Sie ein Referendariat am Zivilgericht Rostock. Schwimmen, die Juristerei und die Familie – bekommen Sie alles „unter den Schwimm-Anzug“ oder müssen Sie überall „Abstriche“ machen ?

    Britta Kamrau: In den letzten Wochen war es ungemein stressig. Es ist auf Dauer nicht möglich, sich auf diesem Niveau Sport, Beruf und Familie gleichermaßen zu widmen. Ja, Abstriche musste ich vor allem bezüglich des Referendariates machen …

    Wenn die betreuende Richterin nicht so ungemein viel Verständnis für mich und meinen Sport aufbringen würde, hätte ich Sport und Referendariat nicht bewältigen können. Aber, wie schn gesagt,  das geht nun einmal nicht „bis in alle Ewigkeit“. Nach den WM steht das Referendariat mehr im Vordergrund.

    Frage: Wie sieht es eigentlich in puncto Sponsoren aus … Gibt es da schon positive Aussichten ?

    Britta Kamrau: Leider nein. Ich erhalte Ende Juli vom Autohaus „Brandt und Strupp“ in Rostock einen Hyundai, den ich benutzen darf, eine hilfreiche Unterstützung, um zwischen Wohnung, Zivilgericht und Neptun-Schwimmhalle nicht immer nur mit dem Fahrrad unterwegs sein zu müssen.

    Es ist eben Wirtschaftskrise, da ist es ungemein schwer, Mäzene oder Sponsoren zu finden. (Anmerkung M.M.: Aber vielleicht findet sich ja doch noch ein steinreicher, krisenresistenter Oligarch, der ein paar Euros übrig hat …)

    Frage: Langstreckenschwimmen ist ja teilweise auch „Unterwasser-Catchen“. Wie war es zuletzt bei den Weltcup-Wettbewerben ?

    BKBritta Kamrau: Auf den längeren Distanzen, wenn wir „Mädel“ ein wenig mehr Zeit haben, geht alles etwas „gesitteter“ zu. Schwieriger wird es dann auf den kurzen Distanzen und gerade über die 5 Kilometer. Zwar war es bei den deutschen Meisterschaften in Lindau durchaus okay, aber bei den WM dürfte sich das deutlich ändern.

    Frage: Wie sieht Ihr Training bis zu den Rom-Einsätzen aus ?

    Britta Kamrau: So kurz vor den Titelkämpfen wird das Training natürlich reduziert. So bin ich täglich nur noch 3 Stunden im Wasser.

    Frage: In Rom finden ja die WM im Becken-Schwimmen, Langstreckenschwimmen, Synchronschwimmen, Wasserspringen und Wasserball statt. Besuchen Sie auch die Wettkämpfe der maritimen Kolleginnen und Kollegen ?

    Britta Kamrau: Unsere Wettkämpfe sind ja etwas außerhalb. Wenn sich allerdings die Möglichkeit bietet, hätte ich schon Lust den Wasserspringern oder Wasserballern zuzuschauen.

    Frage: Wann ist Abflug in Richtung Italien ?

    Britta Kamrau: Am 16.Juli geht es mit dem Flieger in Richtung Rom und dort bleiben wir dann bis zum 26.Juli. Hoffentlich eine WM mit „Happy End“ …

    Dann maximale Erfolge in der „ewigen Stadt“ für die „ewige Rostocker Wasser-Nixe“ !

    M.Michels

    … Die WM-Ausbeute von Britta zwischen 2002 und 2007

    4 x Gold: 2002 Sharm-el-Sheikh – 10 Kilometer / 2004 Dubai – 10 Kilometer / 2004 Dubai – 25 Kilometer / 2007 Melbourne – 25 Kilometer
    2 x Silber: 2003 Barcelona – 25 Kilometer / 2005 Montreal – 25 Kilometer
    4 x Bronze: 2002 Sharm-ek-Sheikh – 25 Kilometer / 2003 Barcelona – 5 Kilometer / 2005 Montreal – 10 Kilometer / 2006 Neapel – 5 Kilometer

    Fotos: Britta Kamrau / 1.Detlef Nuelken/Olympiastützpunkt M-V / 2.: M.Michels / 3.: M.Michels

    Tags: Britta Kamrau, Rom, Rostock, SC Empor Rostock, Schwimm-WM



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