Sport und Kultur nonstop in M-V und darüber hinaus


Der Juli 2015 begann strapaziös – mit „Griechenland-Drama“, „Sahara-Hitze“, „Europa-Dilemma“ oder  politischer Phrasologie.

Zwischen Kultur…

Aber: Es gab daneben auch viel Erfreuliches, Kulturelles und Sportives.
So begannen, nach zum Beispiel den „Störtebeker-Festspielen“ auf Rügen und den „Vineta-Festspielen“ in Zinnowitz, endlich am 3.Juli ebenfalls die „Schlossfestspiele Schwerin“ auf dem Alten Garten mit Verdis Oper „La Traviata“ (bis 9.August), die Festspiele im Schloßgarten in Neustreltz mit „Hello, Dolly!“ (bis 26.Juli) und die Jedermann-Festspiele in der Sankt-Georgen-Kirche in Wismar (bis 8.August). In Greifswald wurde der Caspar-David-Friedrich-Preis seitens der gleichnamigen Gesellschaft an den Kunststudenten Lukas Janitsch vergeben.

M-V machte seinem Ruf als Kulturland mal wieder alle Ehre.

…und Sport

Es wurde jedoch nicht nur politisch gerungen, kulturell konzertiert oder gesungen, nein, „frau“ bzw. „man(n)“ bewegte sich außerdem. Und das bei Temperaturen bis 38 Grad!

Es wurde trotz „Affen-Hitze“ geschwommen, gelaufen, gesegelt, am Strand Handball oder Lacrosse gespielt.

Hansa suboptimal am Ball

Überrascht, nicht nur von der Hitze, sondern auch vom Kontrahenten, wurden die Kicker des FC Hansa Rostock in ihrem fünften Vorbereitungsspiel zur kommenden Spielzeit in der dritten Liga 2015/16. Mit 0:1 unterlag das Team von Trainer Karsten Baumann der U 23-Mannschaft des VfL Wolfsburg.

Sportlicher 4.Juli

Und am 4.Juli ging es sportlich so richtig „rund“. Nicht etwa nur wegen der Frauen-Fußball-WM in Kanada, die in die Finalspiele Deutschland gegen England (Spiel um Platz drei) und USA gegen Japan (Endspiel) ging. Es wurde sogar Rad gefahren… Die 102.Tour de France, die über fat 3400 Kilometer mit 21 Etappen führt, startete und drei Rostocker – Paul Martens, Paul Voss und Andre Greipel – sind dabei. Auf der ersten Etappe, einem Einzel-Zeitfahren in Utrecht“, gewann der Australier Rohan Dennis. Die Rostocker Paul Martens, Andre Greipel sowie Paul Voss belegten die Plätze 42, 76 bzw. 119.

Warnemünder Woche mit Segelsport und weiteren sportiven Angeboten

Parallel dazu begann die 78.Warnemünder Woche mit diversen Segel-Regatten, an denen rund 2000 Seglerinnen bzw. Segler aus 27 Ländern mit 850 Segelbooten teilnehmen, und mit dem zweiten Lacrosse-Beach-Turnier, mit den 21.Beach-Handballtagen und mit dem 20.Warnemünder Drachenbootfestival.

Mehr als 600000 Besucher erwartet die „WW“ 2015 und -neben kulturellem „Drumherum“ gibt es zudem eine segelsportliche Premiere. Seglerinnen und Segler der ersten und zweiten Bundesliga werden in sieben olympischen Bootsklassen ihr Können demonstrieren. Hoffentlich weht bis zum 12.Juli oft „eine steife Brise“!

Olympia-Schwimmfest mit viel Zuspruch

Auch „Neptun“ hatte bzw. hat bei der „Warnemünder Woche“ seine Auftritte und in der Rostocker Schwimmhalle, die nach ihm benannt ist, machten am 4.Juli 550 junge Schwimmerinnen und Schwimmer aus M-V bzw. Berlin-Brandenburg „Station“.

So waren Sportlerinnen und Sportler des Hanse SV Rostock, der HSG Uni Greifswald, des SC Empor Rostock 2000, des SV Olympia Rostock, des PSV Schwerin, des SC Eintracht Berlin und des Potsdamer SV im OSC Potsdam vor Ort beim 17.Olympia-Schwimmfest. Die größten Aufgebote aus M-V-Sicht stellten der SV Olympia Rostock (mehr als 190) und der PSV Schwerin (fast 180). Das „kühle Nass“ in der Neptun-Schwimmhalle, in der im Juni gerade erst die EM im Wasserspringen ausgetragen wurden, ließ die „subtropischen Außentemperaturen“ fast vergessen.

Das Sund-Schwimmen im Fokus

Ins gar nicht so „kühle Nass“ mußten auch die Athletinnen und Athleten von Altefähr aus. Das 51.Sund-Schwimmen stand auf dem Wettkampfplan und das hieß, 2.3 Kilometer von Altefähr auf Rügen nach Stralsund zurückzulegen. Eine große Herausforderung, die Tom Maron aus Bremen in 25 Minuten und 47 Sekunden am besten bewältigte. Zur besten Frau avancierte Jenny Wachsmuth aus Dresden, die 26 Minuten und 41 Sekunden für die Strecke benötigte. Insgesamt waren 998 Schwimmerinnen und Schwimmer beim diesjährigen Sund-Schwimmen am Start.

Hitziger Fünf-Seen-Lauf 2015

Gelaufen wurde in M-V außerdem: Beim 31.Fünf-Seen-Lauf, der Strecken über die 10 Kilometer, 15 Kilometer und 30 Kilometer sowie für Wanderer bzw. Nordic Walker anbot, ging es sogar bereits kurz nach 9.00 Uhr morgens – und damit eine Stunde früher als geplant, aufgrund der drohenden Hitze – los.

FSL2015

Fast 3400 Meldungen (genau 3343 bis zum 30.Juni, Meldeschluss) gab es und die Läuferinnen bzw. Läufer aus ganz Deutschland und darüber hinaus stellten sich der heißen läuferischen Herausforderung. An den drei Laufstrecken nahmen letztlich 2579 Läuferinnen bzw. Läufer teil.

Über die 10 Kilometer (insgesamt 1419 Teilnehmer) triumphierte der Kölner Murat Celik, Jahrgang 1983, in 37 Minuten und 26 Sekunden (beste Frau: Annette Paap, Jahrgang 1972, in 44 Minuten und 53 Sekunden).
Die 15 Kilometer (insgesamt 716 Teilnehmer) meisterte Karsten Blume aus Berlin, Jahrgang 1989, in 56 Minuten und 48 Sekunden am schnellsten (beste Frau: Christin Wilken aus Köln, Jahrgang 1988, in einer Stunde, 4 Minuten und 56 Sekunden).

Der Beste über den längsten Kanten, die 30 Kilometer (insgesamt 444 Teilnehmer), war Philipp Baar, Jahrgang 1992, aus Schwerin in der Zeit von einer Stunde, 55 Minuten und 23 Sekunden (beste Frau: Bianca Stanienda, Jahrgang 1969, aus Springe in zwei Stunden, 7 Minuten, 51 Sekunden)

Baltic Sea Youth Games mit MV-Beteiligung

Was auch die 1000 jungen Athleten und Athleten aus Nordeuropa, Osteuropa und natürlich auch Deutschland bei den IX.Baltic Sea Youth Games in Brandenburg (3.Juli-5.Juli)  taten. In elf Sportarten wetteiferten auch die Sportlerinnen und Sportler aus M-V mit und machten sich bereichtigte Medaillen-Hoffnungen insbesondere in der Leichtathletik, im Boxen oder im Judo – und nicht nur dort.

WM im Modernen Fünfkampf in Berlin

Neben allen sportlichen Herausforderungen in der Region gab es auch weltmeisterliche in zwei Sportarten, die hierzulande sehr beliebt sind – zumindest partiell. Zur bereits erwähnten Frauen-Fußball-WM in Kanada standen nicht zuletzt die Weltmeisterschaften in der Traditionssportart Moderner Fünfkampf im sportiven Blickpunkt. In Berlin wurden dabei zwischen 28.Juni und 5.Juli WM-Medaillen in sechs Disziplinen (Einzel, Staffel, Teams jeweils bei Frauen und Männern) verteilt. Aus deutscher Sicht gab es bis zum Wochenende einmal Gold durch Marvin Faly Dogue/Alexander Nobis im Staffel-Wettbewerb bei den Herren, vor Russland und Polen.

Das Wochenende hatte es „in sich“

Tja, das erste Juli-Wochenende hatte es „in sich“ – besonders politisch und – viel sympathischer – sportlich. Trotz aller Wetter-Extreme.

Wie meinte schon der Schriftsteller Peter Bamm: „Der Sport ist ein sehr vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich die Strapaze künstlich zu verschaffen.“

Genau. Bewegung schadet nur dem, der sich dieser verweigert. Sportlich wie geistig!

Marko Michels

UPDATE (5.Juli 2015, 18.00 Uhr) / Übrigens: Auch für die Triathletinnen und Triathleten war das erste Juli-Wochenende 2015 ein heißes…  Am 4. und 5.Juli gab es zwei triathlon-sportliche Highlights: den 12.Papendorfer Triathlon hierzulande und die IRONMAN-EM in Frankfurt/Main.

Während es in Papendorf über die Distanzen 650 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 KIlometer Laufen „ging“, mußten in Frankfurt/Main die „Iron-Frauen“ bzw. „Iron-Männer“ über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren bzw. 42,195 Kilometer Laufen „ran“.

Die Einzel-Wettbewerbe in Papendorf gewannen bei den Herren Peer Sönksen (SC Neubrandenburg, Jahrgang 1998), der Vierte der OLympischen Jugend-Spiele 2014 in Nanjing, in 58:36 und bei den Frauen Sophie Fischer (TC Fiko Rostock, Jahrgang 1997) in 1:06,6.

In Frankfurt/Main setzte sich hingegen bei den Herren Jan Frodeno, der Olympiasieger von 2008 aus Deutschland, in 7:49:48 durch und beim dortigen Frauen-Wettbewerb die Schweizerin Daniela Ryf in 8:51:00.

Last but not least: Beim Rennen zur Formel 1-WM  in Silverstone gewann der Brite Lewis Hamilton vor Nico Rosberg (Deutschland)  – die Formel 1-WM 2016 bleibt also spannend. Radsportler Andre Greipel aus Rostock gewann die zweite Etappe der Tour de France. Und Lena Schöneborn gewann als erste Deutsche den Einzel-WM-Titel bei den Damen im Modernen Fünfkampf – Chapeau! mm

Fotos (Michels – Bei der Warnemünder Woche wurden wieder die Segel gesetzt. / Joachim Knipp/Fünf-Seen-Lauf-Verein in Schwerin – Impression vom diesjährigen Fünf-Seen-Lauf.)