Mit „vollen Segeln“ der Sonne im August 2015 entgegen…

Der August 2015 startete in M-V politisch so, wie der Juli 2015 aufhörte. Womit ? Natürlich mit ministrablen Sommertouren unserer politischen Spitzenkräfte. Fasst möchte man rufen „Leute, klappt die Bürgersteige hoch, macht das Licht aus und flüchtet in Eure Unterkünfte – die nächste Ministerin bzw. der nächste Minister ist in Sicht!“

Sommer-Zeit ist eigentlich „Ruhe-Zeit“

Dabei möchte der gemeine Bürger in M-V, wie alle Nordlichter, nur eines – seine Ruhe. Schlimm genug, dass ganze Kompanien von Urlaubern ins Land spazieren, insbesondere aus dem befreundeten Sachsen… Jetzt kommen sogar die Frauen und Herren Politiker aus dem Schweriner Schloss bzw. aus ihren mondänen Ministerien der Landeshauptstadt M-V in die entlegensten Winkel von Mecklenburg und Vorpommern.

Keine Firma, kein Verein und kein Verband ist bei 40 Grad im Schatten mehr vor diesen sicher. Dass frau/man da manchmal genervt ist und den jeweiligen Politiker sonstwohin wünscht, nur nicht dort, wo er gerade ist – nämlich am eigenen Ort – ist da nur um so verständlicher.

Wettstreit um das politische Dasein

Und manche Ministerinnen und Minister liefern sich auch bei Hitze, Starkregen und Blitz-Gewittern einen unheimlichen Wettstreit um Schlagzeilen und Ortsbesuche. Es wird geherzt, dass dem jeweils Umarmten fast die Luft weg bleibt. Was angesichts der ohnehin üppig zu zahlenden Steuern, Abgaben und Gebühren, die allein schon für ökonomische Atem-Not reichen, eine ziemliche Beeinträchtigung darstellt…

Die Helfer sind da

Wenigstens wollen unsere Minister helfen. Das wollen sie zwar immer – Devise „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott und vielleicht sogar Karl Marx!“ – aber es gibt zur Sommerzeit sogar konkrete Ankündigungen.

Beispiel Landwirtschaftsminister Backhaus. Der will dafür Sorge tragen, dass die Ackerbauern, Viehzüchter und Fischer mehr Unterstützung bekommen. Die Ansiedlung des baltischen Störs ist ein erste Schritt, dem nun weitere folgen werden. So will der Herr Agrarminister die Milchvieh- und Schweinehalter nicht allein lassen – genau das wollen sie doch…

Da die Marktlage für Schweinefleisch und Milch schwierig ist, will Backhaus diese unterstützen. Dabei interessiert die genannten Viehhalter nur eines – „Kohle“, um über die Runden zu kommen.

Schuld sind auch die Verbraucher

Und den Verbrauchern sei mal ins Stammbuch geschrieben: Hört endlich auf, Diät zu halten! Gegrillte Salatblätter und Mineralwasser am Abend verderben nicht nur den BMI-Wert, sondern auch den Spass. Ein schmackhaft gegrilltes Schweinekotelett ist doch viel genussvoller, dazu ein Glas frische Milch von einer glücklichen mecklenburgische Kuh und schon ist der Markt wieder flott.

Gegen Korruption

Auch unsere Justizministerin Kuder freut sich, dass endlich ein Anti-Korruptionsgesetz für die Machenschaften im Gesundheitswesen auf dem Weg gebracht wurde. Dass Ärzte auch nur „Kaufleute im weißen Kittel“ sind, wissen wir bereits – und dass bei manchen „Weißkitteln“ eher das Euro-Zeichen in den Augen blitzt und das Stetoskop mitunter nicht um den Hals baumelt dito. Aber warum nur ein Anti-Korruptionsgesetz im Gesundheitswesen. Es gibt doch auch das Wirtschaftswesen und vor allem das Politik-(Un-)Wesen.

Gut gebildet

Große Genugtuung nicht zuletzt bei Bildungsminister Brodkorb. Im Schuljahr 2014/15 gab es ja erstmalig flächendeckend an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ das freiwillige zehnte Schuljahr, das mit der „Berufsreife“ abschloss. (Anmerkung: Der gemeine Bürger dachte immer, dass das „Lernen“ in einer jeden Schule das Nonplusultra sei.. So kann man sich irren…)

Und jetzt das ultimative Ergebnis: Das „Projekt“ unter dem Motto „Niemanden zurücklassen“ war ein riesiger Erfolg! Sage und schreibe 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler schließen mit der „Berufsreife“ ihren schulischen Werdegang ab.

Die verbleibenden 10 Prozent können sich über das jeweilige Jobcenter oder die Arbeitsagentur zum Spitzen-Politiker umschulen lassen, was durchaus Perspektiven bietet.
Man muß nur so tun, als ob man auf alles eine Antwort weiß, immer ein Lächeln auf den Lippen haben und allen alles versprechen. Und was ganz wichtig ist: Klappt mal etwas nicht so wie gewünscht, muß man schnell einen Sündenbock oder eine Sündenziege an seiner Seite haben…

Weiterhin auf Achse

Unterwegs sind nach wie vor auch Ministerpräsident Sellering und Wirtschaftsminister Glawe. Die „Road Runner“ der politischen Sommertour 2015 in M-V lassen keine Gelegenheiten aus, um Bänder durchzuschneiden und Menschen in bzw. auf den Arm zu nehmen.

Mit großer Geste kündigte zum Beispiel Wirtschaftsminister Glawe aktuell an, dass das Industriegebiet Garnison Techentin /“Stüdekoppel“ in Ludwigslust weiter ausgebaut werden soll. M-V ist ja auch ein Land der Innovationen…

Innenminister Caffier fehlt nicht

Innenminister Caffier ist natürlich auch sportlich unterwegs und nicht zuletzt in Verteidigung seiner Untergebenen, den Polizisten. Richtig so, „die Freundinnen und Freunde des gemeinen Bürgers“ brauchen mitunter selbst „mächtige Freunde“. Sogar den Schweriner Haushalt 2015 genehmigte der Herr Innenminister – ohne weitere Auflagen. Wenn das mal nicht Alters- und Sommer-Milde ist.

Das Entscheidende zum Ende

Die „1000000 Euro-Frage“ zum Abschluß: Wo wird man am zweiten August-Wochenende unseren politischen Spitzenkräften wohl am ehesten begegnen bzw. aus dem Weg gehen können?! … Natürlich bei der 25. Hanse Sail in Rostock. Dort wollen auch SPD und CDU „die Segel setzen“. Motto hier: „Vorwärts immer. Rückwärts immer!“ Und dazu: „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!“ Nicht, dass das Ganze auf der politischen Sandbank endet!

Marko Michels

Foto/Michels: Auf zum „politischen Segel setzen“ in M-V…