Neues Sportereignis im Fokus…

Sport-Events scheint es „ohne Ende“ zu geben, ob Olympische Spiele, Paralympische Spiele, Olympische Jugendspiele, World Games, Universiaden, IBSA-World Games, natürlich WM bzw. EM, Weltcup-Wettbewerbe, Asien-Spiele, Commonwealth Games, die Pan Pacific Games, die Panamerican Games, die diversen Grand Prix-Contests und viele andere mehr.

Nun werden vom 12.Juni bis 28.Juni außerdem die ersten sportlichen Europaspiele in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, ausgetragen. Erwartet werden rund 6000 Athletinnen bzw. Athleten aus rund 50 Ländern , die in 253 Wettbewerben (bei 20 Sportarten) antreten werden. Wieder ein großes Sportereignis mehr. Der Sinn, die Bedeutung und der Wert bleiben vage. Immer mehr Sportwettbewerbe bedeuten nicht auch immer mehr Qualität und immer mehr Niveau. Mitunter ist weniger „mehr“…

Aber es geht natürlich auch ums Geld, um Vermarktung von Sportarten und der Sportler sowie um politische Interessen.

Für Deutschland sind erst einmal 267 Athletinnen und Athleten für die Europaspiele nominiert, diese noch nicht feststehend, aber mit guten Chancen tatsächlich dabei zu sein. Unter anderem in der Leichtathletik wurden noch keine deutschen Sportlerinnen und Sportler in den Baku-Kader aufgenommen.

Folgende Sportlerinnen und Sportler aus M-V oder „mit M-V-Wurzeln“ wurden in den vorläufigen Baku-Kader aufgenommen…

– im Boxen: Albon Pervizaj (BC Traktor Schwerin/bis 91 kg), Sarah Scheurich (BC Traktor Schwerin/bis 75 kg)
– im IBSA-Judo: Ramona Brussig (PSV Schwerin/bis 57 kg).
– im Kanu-Rennsport: Martin Hollstein (SC Neubrandenburg), Paul Mittelstedt (SC Neubrandenburg
– im Schießsport: Katrin Quooß (PSG zu Wittstock/Flinte, früher Heiligendammer Schützengilde), Stefanie Thurmann (Schützengilde Frankfurt an der Oder/Pistole, früher Wittenberger Schützengilde – Wittenberge gehörte ja einst zum Bezirk Schwerin!).
– im Wasserspringen: Saskia Oettinghaus (WSC Rostock)
– im Volleyballsport: Tom Strohbach (TV Rottenburg, gebürtiger Schweriner), Carina Aulenbrock (Schweriner SC), Anja Brandt (Schweriner SC), Jennifer Geerties (Schweriner SC), Denise Hanke (Impel Wroclaw/Polen, früher SSC), Saskia Hippe (Schweriner SC), Denise Imoudu (Schweriner SC), Jana Franziska Poll (Schweriner SC), Lisa Thomsen (Lokomotiv Baku/Aserbaidschan, früher SSC), Janine Völker (Schweriner SC), Laura Weihenmaier (Schweriner SC), Kathleen Weiß (VK Agel Prostejov/Tschechien, gebürtige Schwerinerin).

Wie beurteilt nun Rainer Wendelstorf, Geschäftsführer des SC Neubrandenburg, die Bedeutung der Europaspiele?!

Nachgefragt

R.Wendelstorf über die kommenden sportlichen Höhepunkte des Sportsommers aus Neubrandenburger Sicht und die baldigen Europaspiele in Baku

„Für die einen wahrscheinlich toll und für die anderen unnötig…“

Frage: Im Juni finden zum ersten Mal die sportlichen Europaspiele statt. Wie ist Ihre Meinung zu diesem neuen Sportereignis? Welchen Stellenwert haben diese aus Ihrer Sicht? Eigentlich gibt es ja schon die diversen Europameisterschaften sowie Europacup-Wettbewerbe auf dem „alten Kontinent“…

Rainer Wendelstorf: Für die Sportler waren und sind die Olympischen Spiele alle vier Jahre die Höhepunkte. Als zweitwichtigste Ereignisse gab und gibt es in den einzelnen Sportarten, bei einigen jährlich und bei anderen wiederum alle zwei Jahre, die Weltmeisterschaften. Dann kamen die Europameisterschaften. Soweit war das immer eindeutig.
Nun kommen die Europaspiele dazu und letztendlich wird der DOSB und werden die Spitzenverbände zu bewerten haben, an welcher Stelle die Einordnung der Europaspiele im Leistungssportsystem erfolgen wird. Da es auch Weltmeisterschaften im Maiskolbenweitwerfen oder Handyweitwerfen gibt, warum nicht auch Europaspiele?

Nein, Spaß beiseite: Diejenigen, die diese Spiele initiierten, haben sich ja etwas dabei gedacht. Was, das weiß ich nicht und deshalb kann ich den Stellenwert nicht beurteilen.
Für die Sportler die durch ihre Verbände nominiert werden, ist es eine weitere Wettkampf-Möglichkeit. Ich denke schon, dass einige Staaten bzw. deren Sportverbände, die Europaspiele auch als Qualifikations-Chance für die Olympischen Spiele nutzen.

Für diese ist der Stellenwert sicherlich hoch. Von deutscher Seite habe ich persönlich bisher wenig Signale wahrgenommen. Das war übrigens bei den Olympischen jugendspielen auch so. Mal sehen, wo die Entwicklung hingeht. Es wird wie immer bei etwas Neuem sein: Die einen finden es toll und die anderen halten es für unnötig.

Frage: Auch aus M-V wurden einige Athletinnen und Athleten berücksichtigt, sind im vorläufigen Kader. Wie beurteilen Sie deren Chancen, gerade für die Neubrandenburger Kanuten Martin Hollstein und Paul Mittelstedt?

Rainer Wendelstorf: Martin und Paul haben die erste nationale Qualifikation in Duisburg, übrigens anders als Agentur-Meldungen behaupten, erfolgreich absolviert. Anfang Mai erfolgt die zweite nationale Qualifikation und dann steht fest, wer Deutschland in welchem Boot 2015 vertreten wird. Ich rechne fest damit, dass beide den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen werden. Ihre Chancen bei den Europaspielen kann ich überhaupt nicht bewerten, da ich nicht weiß, welche Kanu-Nationen starten werden. Aber eines weiß ich ganz genau: Beide werden ihr Bestes geben.

Frage: Neben den Europaspielen gibt es ja im Sportsommer 2015 weitere wichtigen internationale Meisterschaften. Für die Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger sind traditionsgemäß die EM bzw. WM im Kanu-Rennsport, Triathlon und in der Leichtathletik von besonderem Interesse. Welche sportlichen Zielstellungen hat da der SCN?

Rainer Wendelstorf: Zu Kanu habe ich mich ja bereits kurz geäußert. Beide Kanuten werden in den Einer-Booten keine Chance haben. Die Plätze sind vergeben. Ich gehe aber davon aus, dass beide ihre Plätze in den Mannschaftbooten – Zweier und Vierer – erkämpfen werden. Dann muss man sehen, wie diese „laufen“. Ich gehe davon aus, dass 2015 auf alle Fälle erfolgreicher wird als 2014.

In der Leichtathletik ruhen unsere Hoffnungen auf Anna Rüh (Diskus), Julia Mächtig (Siebenkampf) und Christian Jagusch (Kugelstoßen). Diese Sportlerinnen bzw. Sportler und auch Claudine Vita (Diskus) haben die Chance, international dabei zu sein.

In beiden Sportarten, im Kanu-Rennsport sowie in der Leichtathletik, und ebenfalls im Triathlon haben wir noch hoffnungsvolle Nachwuchstalente, die zudem international zum Einsatz kommen könnten.

Wir werden noch in diesem Jahr unser „SCN-Team Rio 2016“ berufen. Es geht also alles in Richtung Olympische Spiele 2016.

Vielen Dank und maximale Erfolge für die kommenden Sport-Monate 2015!

M.Michels