Zwischen deutscher Wertarbeit, Sport und Politik


Was ist nur los in Deutschland und in M-V. Da bleibt nur eine Antwort: Alles, was nicht fest ist…

Dazu gehören Abgase, Windräder, Bälle, Kühe, Menschen und noch viel mehr.

SANYO DIGITAL CAMERA

Wo ist die deutsche Wertarbeit?!

Der „Hammer“: Nach SAP, Siemens,  der Deutschen Bank, der FIFA usw. geriet nun auch der VW-Konzern ins Visier der US-Justiz. So soll VW eine Software entwickelt haben, die Abgasetests bei VW-Dieselwagen in den USA manipulierte. Es drohen bis zu 18 Milliarden Dollar Strafe – vom Image-Schaden von VW ganz zu schweigen. Da möchte man nur rufen: Ferdinand Piech übernehmen Sie wieder…

Was ist nur aus der „deutschen Wertarbeit“ geworden… Aber ist diese Entwicklung unerwartet?! Getrickst wird auch hierzulande. Um dem Mindestlohn für einen Angestellten mit einem normalen Vollzeitjob zu entgehen, werden in nicht unbeträchtlichem Umfang Teilzeit-Kräfte sowie Ungelernte angestellt, nur um bei den Lohnzahlungen zu „sparen“.
Oder es werden Arbeitskräfte aus anderen Ländern beschäftigt, an die man keinen Mindestlohn zahlen muß. Wie meinte schon nicht die schwäbische Hausfrau, aber die mecklenburgische Großmutter treffend: „Wer spart seinem Mund, das frisst Katz und Hund!“.

Wenn selbst ernannte Unternehmer nur auf Profit aus sind, dann sollten sie ihren Laden gleich dicht machen. Echte Unternehmenskultur beinhaltet nämlich auch Fairness gegenüber dem Kunden, anständig bezahlte Angestellte und die Motivation, bestmögliche Produkte und Dienstleistungen anzubieten – ohne Abstriche.
Aber: Was macht die deutsche Wirtschaft?! Anstatt das hier vorhandene Potenzial besser zu nutzen, besser zu qualifizieren, will man Fachkräfte aus anderen Ländern abwerben, die in ihren Heimatländern fehlen – nicht zuletzt beim dortigen Neuaufbau…

Wahlen in Griechenland

In Griechenland wurde gewählt – und entgegen aller deutschen medialen Unkenrufe – hielten sich die Griechen an die Mecklenburger: „Allens bliwwt bin ollen.“.
Nicht Pythagoras war gefragt, sondern Fritz Reuter! Alexis Tsipras jubelt und die CDU, die auf einen Wahlsieg ihrer griechischen Schwesterpartei Nea Dimokratia hoffte, schmollt. Die griechische Schwesterpartei der SPD, die PASOK, versank sogar in der Bedeutungslosigkeit. Beide, Nea Dimokratia und PASOK, sind für den wirtschaftlichen Niedergang und die Vetternwirtschaft in Griechenland verantwortlich. Schön, dass die Griechinnen und Griechen das nicht vergaßen. Hier in Deutschland ist frau/man diesbezüglich ja vergesslicher…

SANYO DIGITAL CAMERA

Neue Parteigründung auch in M-V

Vergesslich ist man hierzulande zumindest in Sachen neue Parteigründungen nicht. Am 20.September gründete sich in Rostock der Landesverband M-V der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (ALFA). Zum Gründungsparteitag kam dabei auch der Bundesvorsitzende Bernd Lucke, der einst die „Alternative für Deutschland“ schaffte. Es bleibt zu hoffen, dass sich endlich den Sachthemen als den Personalfragen gewidmet wird, was ja ein „Dauerbrenner“ bei der AfD war und ist. Die Probleme in diesem Land, Deutschland wie M-V, erfordern konstruktive Protagonisten aus neuen Parteien, denn die Großen Koalitionen, ob in Berlin oder in Schwerin, lähmen eher als dass sie begeistern und mitreißen…

Windräder auf hoher See

Nachdem sich in den letzten Tagen politisch und wirtschaftlich einiges bewegte, bewegt sich noch etwas ganz anderes. Was wohl?! Natürlich, die Windräder auf der Ostsee. So teilte dann auch die Pressestellte des Ministerpräsidenten von M-V, Erwin Sellering, mit: „`Die Inbetriebnahme von Baltic 2, des zweiten Windparks vor der deutschen Ostseeküste, ist ein besonders schönes Ereignis`, betonte Ministerpräsident Erwin Sellering heute (21.9.) bei der Eröffnung des Windparks, die auf der Gorch Fock 1 in Stralsund gefeiert wurde.

Auf einem Areal von 27 Quadratkilometern wurden 80 Windkraftanlagen errichtet, dabei hunderte tonnenschwere Bauteile millimetergenau installiert, unterschiedliche Wassertiefen und Untergründe bewältigt. Rund 85 Kilometer Seekabel wurden allein zur Vernetzung innerhalb des Windparks verlegt. Baltic 2 wird für 340000 Haushalte Strom liefern…“

Das ist natürlich „große Klasse“. Der Strom wird zwar nicht billiger, auch die staatlichen Investitionen für derartige Windparks sind beträchtlich (Diese werden natürlich vom gemeinen Bürger bezahlt!) und der Blick auf die Ostsee wird außerdem nicht attraktiver, aber was soll es. Um uns herum werden neue Atomkraftwerke gebaut, aber wir können uns beruhigt zurücklehnen und sagen: „Wir haben ein grünes Gewissen!“. Und wer ein Gewissen hat, bezahlt dafür gern einen exorbitanten Preis. Denn am Ende ist (fast) alles käuflich – sogar ein Gewissen.

Bewegung auf dem „Arbeits“markt

Ansonsten bewegte sich auch manches auf dem Azubi- und Pendlermarkt. Wirtschaftsminister Harry Glawe lobte die 18.Ausbildungsmesse „jobfactory“ in Rostock. Auf einmal waren die hiesigen Jugendlichen doch nicht „tumb“, „doof“ sowie „bräsig“, sondern bestens motiviert, hoch intelligent und fleißig. Warum dann ein Innenminister Caffier die Anforderungskriterien für eine Ausbildung/ein Studium im Polizeidienst senken will, bleibt da ein Rätsel…

Und der Herr Wirtschaftsminister meldete sich nicht nur zur „jobfactory“ zu Wort. Unter dem Motto „Politische Unterstützung, Kooperation, Entwicklung – ein Meer, eine Million Möglichkeiten“ tagen bis zum 22.September Tourismusexperten aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden bei der achten Internationalen Tourismuskonferenz in Danzig. „Wir haben die Möglichkeit `Ostseeurlaub` international als touristische Marke noch stärker zu vermarken.“, so Wirtschaftsminister Glawe.

Immer geht es nur um Vermarktung, Markt und Geld. Dabei mahnen bereits die EU-Finanzminister: „Geld verdirbt den Charakter!“. Lieber ein guter Charakter als eine volle Geldbörse?! Das mag die Maxime eines Schlafschafes nach dem achten Glas „Wodka Gorbatschow“ sein…

Till Backhaus hat Sorgen

Richtige Sorgen hat auch Agrarminister Till Backhaus. Die aktuelle Krise der Milchvieh- und Schweinehalter läßt ihm keine Ruhe und da berief er eilig einen Krisen-Gipfel. Immer nur Sorgen mit Kühen und Schweinen. Das muß nicht sein. Und wer hat Schuld?! Natürlich die Grünen, die von vegetarischer Bio-Kost schwadronieren und gesunder Ernährung fabulieren. Als ob ein gegrilltes Salatblatt besser schmeckt als ein gegrilltes Schweinekotelett!

Überhaupt dieses „ewige Genöle“ um „Kalorien“ & Co. Wer gern isst, treibt ohnehin am besten viel Sport. Denn: Sport, in Maßen (Übrigens: Die Maß Bier auf dem Oktoberfest wurde auch schon wieder teurer!), ist auf alle Fälle gesund.

BKauffeldt

Sportives M-V mit dem Ball

Sportlich ging es daher bereits im Handball und Fußball in den letzten Tagen „hoch her“. Dabei bewiesen die Handball-Mädel der TSG Wismar wieder ihre große Klasse und zeigten, dass sie das beste Handball-Frauen-Team in M-V sind: Im Landes-Derby wurde der Rostocker HC klar mit 30:18 bezwungen. Während die anderen Frauen-Handball-Zentren in M-V, Schwerin und Neubrandenburg, noch in tieferen Ligen agieren, leisten die Wismarerinnen auch ohne größere Förder-Hilfe von außen seit Jahren Herausragendes…

Für viel Erfreuliches sorgen aktuell auch einige frühere und gegenwärtige Volleyball-Spielerinnen des Schweriner Sportclubs. So sind neben den Ex-SSClerinnen Laura Weihenmaier, Berit Kauffeldt, Lisa Thomsen bzw. Kathleen Weiß auch die derzeitigen SSC-Leistungsträgerinnen Anja Brandt und Jennifer Geerties im Aufgebot des Deutschen Volleyballverbandes zu den EM in den Niederlanden und in Belgien vom 26.September bis 4.Oktober. Die Termine für die Vorrundenspiele des deutschen Frauen-Teams sind der 26.9. gegen Serbien, der 27.9. gegen Rumänien und der 28.9. gegen Tschechien.

Wo bleibt die M-V-Herren mit dem Ball?!

Von den anderen ballsportlichen Traditionsvereinen in M-V gibt es hingegen nur wenig Positives zu berichten: Die Hansa-Kicker „krebsen“ in Liga drei nach einem 0:0 bei Holstein Kiel auf Platz neun der Tabelle (9.Spieltag/bei 20 Teams) „rum“. Und unsere großen Handball-Herren-Vereine in Rostock (HC Empor) und in Schwerin (SV Mecklenburg Schwerin) mußten zuletzt auch Niederlagen hinnehmen. Der HC Empor Rostock rangiert in der zweiten Bundesliga nach 5 Spielen auf Rang 18 (bei 21 Teams) und der SV Mecklenburg Schwerin ist derzeit in Liga drei Fünfter nach vier Spieltagen (bei 16 Teams). Der HSV BW Usedom konnte dort noch kein Spiel gewinnen und ist auf Rang 16 zu finden. Da bleibt noch viel zu tun…

Sport- und Innenminister Caffier mit neuen Überlegungen

Jenseits seiner Lieblingsthemen „Polizei“ und „Sport“ äußerte sich zudem Innenminister Caffier. So soll das Landesamt für Innere Verwaltung umgestaltet werden, eine neue Abteilung zu den Bereichen Migration, Integration und Flüchtlingsangelegenheiten erhalten.

Die „ewige Kritik“ an der unbefriedigenden Unterbringung von Flüchtlingen sind letztendlich der Anlass dazu. Mitunter muß eben Druck her – wie im Sport – um Politiker zu Taten zu bewegen…

Das Top-Thema der Woche ist jedoch: Der kalendarische Herbst beginnt am 23.9. Was das bedeutet, dürfte allen klar sein. Die Blätter fallen, der Regen und der Wind peitschen durch die Natur, um 3 Uhr nachmittags kann man schon das Licht anmachen und um 4 Uhr nachmittags bereits zu Bett gehen. Was Beamte gern in den eigenen Ministerien machen…

Na dann, laßt die Drachen steigen, wenn es nicht gerade der eigene Hausdrache ist!

Marko Michels

Fotos/Michels:

1.Am besten man fährt wieder mit der Eisenbahn, da weiß man wenigstens, dass die Abgas-Werte stimmen und das Ziel mit 5 Stunden Verspätung erreicht wird. Merke: Planung ist das halbe Leben. Beziehungen der Rest…

2.Wo laufen „sie“ denn… Blick zum Schweriner Marstall.

3.Klasse Volleyballspielerin mit großen Zielen: Die frühere SSC-Spielerin Berit Kauffeldt.